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Die Legende von Adolf Hitler.....

10. 11. 2019

Die Legende von Adolf Hitler lebt, auch wenn er zwischenzeitlich, egal wie zu Tode gekommen, verstorben ist.

Jedoch spricht dieser Artikel wie ein paar Begleitumstände dafür, das an diesem Bericht etwas daran sein könnte. Und die Umstände ergeben sich aus politischen Folgenentwicklungen für die Führungs- wie Wissenschaftsriege der deutschen Führung.

Adolf Hitler hat immer versucht, den Westen für sich zu gewinnen, um gegen Russland zu siegen und den Kommunismus auszulöschen. Diese Ziele wurden von den USA jedoch nicht verfolgt und GB unter Winston Churchill, der die besiegte Wehrmacht umdrehen wollte um Russlandf doch noch zu besiegen, konnte sich gegenüber den USA nicht durchsetzen.

Es scheint jedoch so zu sein, das die Führung unter Adolf Hitler Verhandlungen über Schweden wie mit der Schweiz mit den Alliierten führte, die im Ergebnis der Führungsriege das Überleben sicherte unter der Bedingung, das Reich, das weitestgehend der Zerstörung ausgeliefert war, besiegen zu lassen wie auf die sogenannten Wunderwaffen, die wie wir heute wissen es in der Tat gab, nicht mehr zum Einsatz zu bringen. Dazu gehörte die Atomwaffe. Denn die USA haben via Schwenden klar gemacht, der Einsatz von Atomwaffen gegen die Alliierten, würde die amerikanischen Atombomen auf Deutschland lenken.

Man wußte im Reich, das die USA mit den deutschen bekannten Wissenschaftlern an der Bombe bauen und man mußte im Reich davon ausgehen, das sie sie bereits haben oder in aller kürzester Zeit haben würden. Denn Hitler persönlich hat die Atomwaffen abgelehnt einzusetzen, da das für ihn keine Kriegstat wäre, sondern Massenmord. Das entsprach nicht seinem militärischen Verständnis.

Mit diesem Hintergrund ist zu erkennen, die Flucht der Führung inkl. Kemmlers als zuständige Größe für die Wunderwaffen wie deren Gelingen, auch von vielen anderen Größen über den Vatikan, haben wohl wichtige Gründe gehabt. Denn die U-Bootwaffe wie viele andere Bereiche, speziell im flugtechnischem wie chemischen Bereich, waren den Alliierten um ca. 25 Jahre voraus.

Und Krieg ist auch immer ein Geschäftsvorfall mit anderen Stilmitteln.

Francesca Giuliana Cialini ist mit Nina Rubino unterwegs.

HITLER SI SALVO'.... VISSE IN SUD AMERICA E MORI' IN PARAGUAY...
Tutta l'INTELLIGENCE AMERICANA CONTINUO A CERCARLO COME RISULTA DAI DOCUMENTI UFFICIALI FINO AGLI ANNI 50... OVVIAMENTE E STATO DETTO DI TUTTO E DI PIU'.... queste le tesi piu ''serie''
a favore della salvezza poi cosi' e se vi pare.... RIMANE IL MISTERO...

1958 i russi SI DICONO in possesso di una prova inconfutabile della morte di Hitler: il suo cranio, crivellato da un proiettile....

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Hitler hat sich gerettet.... er lebte in Südamerika und starb in Paraguay...
Der ganze US-Geheimdienst sucht weiter nach den offiziellen Dokumenten bis zu den 50 er... natürlich wurde er von allem und mehr gesagt.... das sind die meisten Thesen '
Zu Gunsten der Erlösung, dann so und wenn ihr wollt.... bleibt das Geheimnis...

1958 die Russen sagen, dass sie einen eindeutigen Beweis für den Tod von Hitler haben: sein Schädel, der von einer Kugel durchbohrt wurde.
Er wird 50 Jahre lang als der ultimative Beweis ausgestellt.... im Jahr 2009 findet aber der Schlag statt: Ein Team von legalen Ärzten der Universität von Connecticut macht DNA-Test auf dem Schädel, indem er zeigt, dass der einzige Beweis für den Tod des Fürher Es war falsch und der Schädel gehörte eigentlich einer Frau mit weniger als 40 Jahren
April 1945: Berlin, schon in Trümmern, wird von der roten Armee abgesperrte. Der Himmel ist voller Wolken, die die Sichtbarkeit reduzieren. In einer Allee voller Löcher und Bauschutt, nur wenige Schritte von der Brandenburger Tür, der Kanzlei, und dem Bunker (acht Meter unten) entfernt, wo Adolf Hitler seine letzten Tage als Diktator verbringt, landet ein kleines Flugzeug. An Bord, der Nazi-Fliegerin Hanna Reitsch, der den Tod trotzt, um den "sein" Führer zu erreichen und ihn in Sicherheit zu bringen... Ziel Spanien...

Vergessen sie die ganze offizielle Geschichte, nur um die erste bekannt zu geben, die am 30 April 1945 von Marschall Doenitz angekündigt wurde - "unser Führer stürzte heldenhaft" - und dann bestätigt von Hugh Trevor-Roper, der ehemalige Agent des mi5, Britischer Geheimdienst, der auf Anfrage der gleichen Intelligenz, die gerade den Zweiten Weltkrieg beendet hat, das Buch "die letzten Tage von Hitler" schrieb. Vergessen sie die Gewissheit von Trevor-Roper, dass Hitler sich in den Kopf geschossen hat, kurz bevor die Sowjets in der Bunker, dass Eva braun sich mit zyanid umgebracht hat und dass ihre Körper später verbrannt wurden.
Vergesst alles, denn in Wirklichkeit "der Beweis, dass Hitler Selbstmord im Bunker ist, gibt es nicht, während es viele diejenigen gibt, die es in Südamerika sehen" diese Worte von Abel Basti, der erste Journalist, der in Bariloche, in Patagonien Argentinien, schrieb Als erster von Reinhard Kops, alias Juan Maler, der vom Zentrum-Zentrum für Völkermord in Albanien gesucht wurde, und für die Aktivitäten von Abholer, die für Neonazis in der Nachkriegszeit eingesetzt werden sollen.... kommen wir zu den Fakten... vor allem die Gutachten-Sachkenntnis....

Die von den sowjetischen Ärzten zwischen L8 und L11 Mai 1945 in der Klinik Buch, am Rande von Berlin, durchgeführte Studie ist ein kolossale historisches und wissenschaftliches falsch. Im letzten Bericht ist lieutenant colonel Faust Chkaravski und seine drei Assistenten in der Tat ein paar grobe Fehler, vielleicht um das Gesicht vor der Geschichte zu retten. Zwei Anatomische Besonderheiten, die der Salma des Diktators zugeschrieben werden: ein Zahn in die und ein fehlender Hoden ".
Litt sie an monorchidismo?
" das wollte man glauben lassen. Aber die Berichte von drei deutschen Ärzten, die Hitler in den letzten 12 Jahren völlig nackt besucht hatten, lagen, dass seine Genitalien normal waren. Was die Anwesenheit eines 28 Zahn im unteren Kiefer betrifft, so widerspricht sie der genauen Aussage des persönlichen Zahnarztes des Führers, Dr. Hugo Blaschke, der von den Amerikanern am 28 Mai 1945. Verhaftet wurde, und es konnte kein Übersetzungsfehler sein, denn Nummer 15 war in lateinischen Buchstaben ".
" nicht nur. Am 15 Juni 1945 hat General Dwight Eisenhower auf einer Pressekonferenz im Hotel Raphael in Paris erklärt: die sowjetischen Forschungen haben keine Spuren von Hitler-Überresten gefunden, noch den positiven Beweis für seinen Tod. Als der amerikanische Präsident Harry Truman auf der Konferenz in Potsdam, immer im Jahr 1945, Stalin fragte, ob Hitler tot wäre, antwortete der Sowjetische Diktator ohne Mittel: Nein. Und fügte hinzu, dass die Nazi-Nazis auf dem u-Boot in Spanien oder Argentinien geflohen sind. Der Staatssekretär, James Byrnes, um sicherzugehen, dass truman nicht falsch verstanden hat, nach dem offiziellen Toast, der Stalin in, der ihm die Antwort bestätigte. Die Bedingung wurde von Truman in einem Brief an die Frau und von Byrnes in seinem Buch der memoiren speaking frankly berichtet. (cit. De glücklich)
Die Geschichte will in der Tat, dass viele deutsche nach dem Krieg nach Brasilien flohen, einschließlich der SS Adolf Eichmann und der Nazi-Arzt Josef Mengele.... immer aus den Aussagen von de felice.... wir lernen diese Details...
"in einer geheimen Classification der CIA, die von Kolumbien am 3 Oktober 1955 gesendet wurde, schrieb ein Agent : Aldoph Hitler ist still alive, er lebt noch".
Ist Hitler mit dem Flugzeug dorthin gekommen?
" Nein. Und ich kann es sagen, weil mein Freund Burnside der Sohn eines der offiziellen Piloten ist, die in der Luftwaffe, die vom 28 bis 30 April 1945 einen freien Korridor zwischen Berlin und Dänemark für die Flucht von Hitler. Am 28 April 1945 gab es keine Hochzeit im Bunker zwischen Adolf und Eva, sondern der Start auf einem Junkers Ju 52, oder ein Arado 234 B, von der Piste von Hohenzollerndamm, mit Landung in der German Imperial Zeppelin Grundlage-Basis, in dänischer Region. Von diesem Punkt aus werden zwei Annahmen gemacht: die Abfahrt nach Südamerika oder ein Flug nach Reus, spanische Militär Basis in der Nähe von Barcelona, und dann von Reus nach den Kanarischen Inseln, mit Zwischenstopp in morón de la Frontera, in der nähe In Sevilla, um Kraftstoff zu tanken. Es ist der 29 April 1945. Mit Hitler gibt es seine geliebte und Schwager Hermann Fegelein, der Gretl braun, Schwester von Eva geheiratet hatte, obwohl die offizielle Geschichtsschreibung ihn auf Befehl des Führers erschossen hat. Und sogar die Treue Hündin Blondi. Bei der Ankunft in der Nazi-Basis von Villa Winter, auf Fuerteventura, gab es ein u-Boot für den Transfer in Patagonien. Das u-Boot, im Gegenteil die Elettrosommergibile, auf die sich Hitler verlassen würde, gehörte der Xxi-Klasse, die mit außergewöhnlichen Geräten ausgestattet ist. Die Anwesenheit von mindestens drei Deutschen U-Booten in Südamerika wird durch die Tatsache bestätigt, dass am 10 Juli 1945 ein u-530 u-Boot auf einer Marine-Basis von Mar Del Plata übergab ".
" Hitler und Eva Braun würden mit einem katholischen Ritual in der Kapelle der Estancia San Ramon nach dem August 1945. Verheiratet sein. Die Hochzeit im Berliner Bunker, die am 29 April 1945 stattfand, würde sich stattdessen auf die Doppelgänger von Hitler und der Braun: Gustav Weber, einer der beiden Doubles, von denen der Diktator verfügte, und eine unbekannte Frau ".
Sie hatten Kinder....
" der erste war Helmut, der im Jahr 1935 geboren wurde, offiziell von Joseph Goebbels und Magda Rietschel, Frau des Ministers für Nazi-Propaganda. Helmut wäre eigentlich die Frucht eines ehelichen Verrats gewesen, der von Magda mit Hitler während eines Urlaubs auf der Ostsee verzehrt wurde. Bevor sie sich umbringen, werden die Ehepartner goebbels zusammen mit den Schwestern Helga, 12 Jahre, Hilde, 11, holde, 8, Hedde, 6, und Heidi, 4. Dann wäre Gisela Hoser, oder Heuser, geboren im Jahr 1937 von der deutschen Athleten Ottilie Fleischer, genannt Tilly: Hitler geschwängert die Fleischer nach den Olympischen Spielen von 1936. Die Quelle dieser Nachricht ist bethe. Der Diktator hätte auch eine zweite Tochter, Ursula, genannt Uschi, die offiziell zu Silvester 1939 in Italien, in Sanremo, von Eva Braun geboren wurde. Die Schwangerschaft wurde getarnt, weil Hitler glaubte, dass sein Einfluss auf das deutsche Volk für wäre, wenn er sich nicht ganz dem Schicksal Deutschlands gegenüber gezeigt hätte. Uschi kam im September 1945 zum Estancia San Ramon, aus Spanien, über Buenos Aires, über Hermann Fegelein. Eine dritte Tochter von Hitler und braun wäre im Jahr 1943. Gestorben. August schullten, Gynäkologe in München, der die Schwangerschaft verfolgt hatte, war in einem Autounfall im selben Jahr. Im März 1945 wurde Hitlers Liebhaber ein weiteres Kind schwanger. Sie war schon schwanger, während der Flucht nach Patagonien. Burnside hat mir bestätigt, dass in Argentinien zwei Töchter von Hitler gelebt werden. Eine von Ihnen während der Jahre der Diktatur von General Jorge Videla präsentierte sich im deutschen Konsulat in Buenos Aires, um zu bitten, in Südafrika zu helfen. Dem Beamten, der ihr erklärt hat, dass er nichts für sie tun kann, sagte er: aber ich bin Hitlers Tochter ".
Er lebte mit dem Liebhaber, der seine Frau in einem Ort Ort wurde, der nur im Offroad erreichbar ist, etwa Kilometer von San Carlos de bariloche entfernt, die Stadt, die die Schweiz Argentinien genannt hat, in der Sie auch Erich Priebke gefunden hatte, der SS-Kapitän, der für die Massaker der wäre. Von dort aus ging es nach ein paar Jahren in die Villa la angostura, in Inalco, 85 Kilometer von Bariloche. Er starb am 13 Februar 1962 für eine Gehirn blutung... und angesichts der Größe von Defelice, gibt es nur wenige Zweifel an seiner Geschichte der Fakten, auch weil es hunderte von anderen Übereinstimmungen gibt, die es bestätigen... in der Letztes Bild,
Die Estancia "Inalco" in der Villa la angostura... letzten Residenz des mutmaßlichen Hitler lebendig.....

Aber nichts kann man in diesen Situationen jemals sagen....
Euch die Meinung und weitere Forschungen...
Francesca Juliane Cialini

Andere Quellen als das web

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Das System Putin – die Re-Zentralisierung und die alten Gefahren.....
 
06. 11. 2019
 
Wir wissen aus den jüngsten Äußerungen des in den westlichen Bevölkerungen so geschätzten Herrn Putin, dass er von dem Liberalismus wie den westlichen Demokratien, nicht allzu viel hält. Nun hat der Westen aber auch nach dem Zusammenbruch des Kommunismus wie des Warschauer Paktes, nicht gerade vorbildhaft Demokratievorstellungen in die ehemaligen osteuropäischen Gebiete getragen.
 
Die anfänglichen Versuche von der Regierung Putins, sich mit dem Westen zu verständigen und speziell mit Europa eine neue Zukunft zu entwickeln, sind abgewiesen worden. Anstelle dessen ist der Westen gegen alle Verabredungen mit seiner NATO an die innerrussischen Grenzen herangerückt.
 
Den Deckel, den einst Michael Gorbatschow vom Topf genommen hat, hat natürlich die unter russischer Herrschaft stehenden westlichen Ostnationen, in ihrem Freiheitsdrang nicht bremsen können. Die von Michael Gorbatschow visionäre Vorsellung einer neuen Völkergemeinschaft in Frieden und Freiheit, kam nicht zum tragen. Alte Barrieren gegen Russland erneuerten sich.
 
Im Ergebnis hat nun Herr Putin reagiert und sich die Grundüberlegungen von Michael Gorbatscho zu eigen gemacht. Er hat mit den alten Verbindungen und Strukturen einen Zentralstaat alter Art neu belebt, die in Russland übliche Vetternwirtschaft neu kultiviert, sich mit der Orthodoxie ausgesöhnt, die er als Mittel eigener innerpolitischer Entwicklungen benötigt um die russische Seele auf seine Seite zu bekommen und entwickelt eine Demokratur, wo nur eine Partei das Sagen hat, die Menschen ihre Meinung meist sagen können, frei sich entwickeln dürfen, Erfolg sich bauen dürfen, aber unter einer gemeinsamen Linie, die nicht zu kritisieren ist. Demokratie kann es in gewissem Maße in der inneren Parteieinstruktur und der Machtentwicklung wie Weitergabe geben, jedoch eine Vielparteiendemokratie als Quasselbude, ist unerwünscht.
 
Infolge sind in Russland viele Ängste von frei denkenden Menschen eingetreten, die zwischen den Zeilen die Entwicklungen beobachten, und selbst vor der neuen Entwicklung in Russland, Ängste bekommen.
 
Zu diesem Stimmungsbild seien hier einige Eindrücke wiedergegeben, die aus dem Volke in Russland stammen und so in keiner Zeitung stehen dürften:
 
 
….Trotz der Tatsache, dass fast alle meine Urgroßväter in diesem Krieg ums Leben kamen und meine Familie die Erinnerung an dieses schreckliche Massaker, bei dem Europäer Europäer getötet haben, immer ehrte, habe ich seit Putlers (Putin) Machtantritt nie mehr an der Feier des Sieges teilgenommen.
Unter Putler änderte sich die Bedeutung der Siegesfeierlichkeiten.
Früher war es ein Tag des Respekts für Veteranen und ein Tag der Erinnerung an die toten Soldaten.
Jetzt ist der Tag, an dem alle „wir können wiederholen“ rufen und Rache üben.
 
Die Position des guten Deutschen: Ich bin ein Strauß und verstecke meinen Kopf im Sand.
Und ich lese das Mantra: Die USA sind schlecht, Putler ist gut.

Ihr Europäer seid wirklich alle so. - Kinder.
 
Es ist mir egal. Ich bin kein Deutscher oder Russe, ich bin Finno-Ugr, Izhorier oder Karelisch.
Und es sollte mir egal sein, dass die Deutschen Kinder sind und die Russen nicht aufholen.
 
Kennst du das Gleichnis von Kassandra, der Wahrsagerin?
Apollo bestrafte sie, indem er nicht auf sie hörte und ihr nicht glaubte.
Als das achäische Volk in Troja in das Holzpferd eindrang, rief Cassandra, dass die Menschen in der Stadt Troja dies nicht tun würden, aber niemand hörte auf sie und lachte sie aus.
Ich will nicht Kassandra sein.
Wenn du mich nicht hören kannst oder wenn du mich nicht hören willst, ist das dein Problem, mein deutscher Freund.
 
Der Hauptslogan an diesem Tag, als ich ein Kind war, lautete: "Nie wieder!".
Unter Putin änderte sich der Hauptslogan.
Jetzt sieht er so aus: "1941 – 1945 - Wir können es wiederholen".
 
Ich gebe dir die Antwort auf deine Frage: Wollen die Russen Kriege?
Ja, das könnte man so sagen.

Am 9. Mai (8. Mai in Europa) feiert Russland den sogenannten "Tag des Sieges".
 
Heute bekommt der Tag zunehmend eine andere Bedeutung und es mischen sich derartige Töne unter die Feiern:
 
Zum Beispiel ist dies der beliebteste Aufkleber.
"Wir können es wieder tun.“
 
 
 
 
Die Demokratisierung in Russland findet ihre autoritäre neue Ausrichtung und die Friedlichkeit wandelt sich offensichtlich in eine aggressive Stimmung, die politische gefördert wird.
 
Und Russland betreibt ähnliche Politiken wie die USA und mischt in diversen Ländern mit, um kriegerische Situationen für eigenes Interesse zu befördern und zu fördern:
 
Der Sicherheitsdienst von Malta beschlagnahmte zwei mit Geld gefüllte Container mit einem Volumen von 56 Kubikmetern. Die Rechnungen wurden in Russland gedruckt und waren für den von Moskau unterstützten selbsternannten Marschall Khalifa Haftar bestimmt.
 
 
 
 
Еле стоящий на ногах, похмелившись боярой, опухший свинорыл православно рассказывает, как воевать супротив пиндосов.
 
Militarisierung von Schulkindern.....
 
 
 
 
Die große Hoffnung und Chance, die die Menschen nach Auflösung der Blöcke einst hatten, sind offensichtlich durch eine Realpolitik, die an den nicht geänderten Menschen sich orientiert, verflogen. Die alten Gefahren bestehen wieder, wenn auch in einem anderen Kleid.
 
 
 
 

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Das Geheule der Getroffenen....
  1. 11. 2019
Wer sich derart aufheulend und Hass verbreitend in der Öffentlichkeit zu einer durch die Meinungsfreiheit abgesicherten Ansicht eines Politikers äußert, der damit offensichtlich den Kern der Dinge trifft, muß sich nicht wundern, wenn ihm Niemand mehr zuhört......
 
Denn wenn Jemand in einen Tierpark mit kaffenden Affen will, so geht er für gewöhnlich in den Zoo.
 
Körpersprache. „klammheimliches Grinsen.....“
AfD-Politiker Brandner nennt Bundesverdienstkreuz an Lindenberg „Judaslohn“
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Brandner hat mit einem Tweet über den Sänger Udo Lindenberg scharfe Kritik auf sich gezogen. SPD und Anwaltverein fordern Konsequenzen.
 
01.11.2019 Update: 01.11.2019 - 15:59 Uhr 1 Kommentar
Stephan Brandner
Der Vorsitzende des Rechtsausschusses stand bereits wegen eines Tweets zum Anschlag in Halle in der Kritik.
 
Politiker von FDP und Grünen reagierten mit scharfer Kritik auf den Brandner-Tweet, aus dem Deutschen Anwaltverein (DAV) wurde der Ruf nach Konsequenzen laut. Die SPD brachte Brandners Abwahl als Vorsitzender des Bundestags-Rechtsausschusses ins Spiel.
„Wir wollen die Frage der Abwahl von Ausschussvorsitzenden im zuständigen Geschäftsordnungsausschuss thematisieren“, sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, dem Handelsblatt.
Hintergrund ist ein Tweet Brandners zu AfD-kritischen Äußerungen des Sängers Udo Lindenberg. „Klar, warum der gegen uns sabbert/ sabbern muß“, schrieb Brandner am Donnerstag auf Twitter. Dazu stellte der Abgeordnete ein Zitat aus einem „Welt“-Artikel („Der Musiker, der vor wenigen Tagen das Bundesverdienstkreuz von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhalten hat...“) und fügte den Hashtag „#Judaslohn“ hinzu.

 

Fechner sagte dazu: „Brandners Verschwörungstheorie, Udo Lindenberg müsse die AfD kritisieren, weil er das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, ist völliger Blödsinn.“ Damit diskreditiere er sich immer weiter.
„Stephan Brandner spielt immer wieder mit antisemitischen Vorurteilen. Auch der Judaslohn gehört dazu“, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, dem Handelsblatt. Denn der sei lange Zeit die Begründung für „antisemitischen Ausschreitungen“ gewesen. „Offenbar will er Udo Lindenberg in eine Art jüdisches Lager stecken und ihn damit quasi für vogelfrei erklären“, so Buschmann. „Das ist einfach nur widerlich und eines Ausschussvorsitzenden des Deutschen Bundestages nicht würdig.“
„Schande für den Deutschen Bundestag“
Ähnlich äußerte sich die Grünen-Rechtspolitikerin Katja Keul. „Der Ausschussvorsitzende des Rechtsausschusses ist eine Schande für den Deutschen Bundestag und seiner Funktion unwürdig“, sagte Keul dem Handelsblatt. Der Ältestenrat des Parlaments werde sich „nicht das letzte Mal mit seiner Person befasst haben“, fügte die Abgeordnete mit Blick auf einen umstritten Tweet Brandners zum rechtsextremistischen Anschlag in Halle hinzu. Brandner hatte sich dafür später entschuldigt. Keul sagte dazu: „Mit den weiteren verbalen und antisemitischen Ausfällen belegt Herr Brandner, dass seine halbherzige öffentliche Entschuldigung im Plenum des Deutschen Bundestag reine Heuchelei war.“
Auch der Anwaltverein reagierte empört. „Das Bundesverdienstkreuz als Judaslohn zu bezeichnen, ist eine beispiellose Diskreditierung der höchsten Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland, die der Bundespräsident einem verdienten Bürger für sein gesellschaftliches Engagement zuteil werden lassen kann“, sagte Ulrich Schellenberg, Präsidiumsmitglied des Anwaltvereins, dem Handelsblatt. „Herr Brandner zeigt zum wiederholten Mal, dass er nicht mehr länger tragbar in seinem Amt ist.“
Brandners Kommentar auf Twitter zur Auszeichnung von Udo Lindenberg mit dem Bundesverdienstkreuz sei „unverschämt, anmaßend und dem Vorsitzenden des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag unwürdig“. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich die Mitglieder des Rechtsausschusses im Bundestag „dieses Treiben ihres Vorsitzenden noch lange teilnahmslos anschauen werden“.

 
„Das Grauen geht um im Land, nicht nur an Halloween“
Brandner war wegen zwei Tweets zum Anschlag von Halle in die Kritik geraten. Nach einem ZDF-Interview, in dem der jüdische Publizist Michel Friedman zur Terrorattacke befragt wurde, twitterte Brandner: „Jede Sendeminute dieses deutschen Michel treibt uns neue Anhänger in Scharen zu - weiter so! #PaoloPinkel #Koksnase #Zwangsfunk.“ Zudem verbreitete er auf Twitter die Nachricht eines anderen Nutzers, der geschrieben hatte, die Opfer von Halle seien „eine Deutsche, die gerne Volksmusik hörte“, und „ein Bio-Deutscher“ gewesen. „Warum lungern Politiker mit Kerzen in Moscheen und Synagogen rum?“
Der Rechtsausschuss hatte sich daraufhin offen gegen seinen Vorsitzenden gestellt. Brandner entschuldigte sich daraufhin im Bundestag für sein Verhalten. Er habe die Äußerungen „inhaltlich von Anfang an nicht geteilt“. Er entschuldige sich, wenn sich Menschen durch seinen Retweet „angegriffen oder schlecht behandelt gefühlt hätten“.
Brandners neuerlicher verbaler Ausfall betrifft den Sänger Udo Lindenberg. Dieser hatte das starke Wahlergebnis der AfD bei der Landtagswahl in Thüringen auf Facebook unter anderem mit den Worten kommentiert: „24 Prozent. Und viele sagen immer noch: Das wird sich niemals wiederholen – aber seht ihr denn nicht an den Häuserwänden dieselben alten neuen Parolen?“ Und: „Das Grauen geht um im Land, nicht nur an Halloween.“
Der Musiker hatte eine besondere Verbindung zur ehemaligen DDR. Schon lange vor dem Mauerfall bemühte er sich immer wieder, dort aufzutreten, war in Kontakt mit der SED-Führung und sang sich mit Liedern wie „Mädchen aus Ostberlin“ und „Sonderzug nach Pankow“ in die Herzen der ostdeutschen Fans.

 
Nach den jüngsten Wahlergebnissen der rechtspopulistischen AfD in Thüringen, Sachsen und Brandenburg schrieb der 73-Jährige: „Wir brauchen keine rückwärtsgewandten Rassisten, Hetzer und menschenfeindliche Brandstifter mehr in unserm schönen Land, wir brauchen neue Visionen, Kreativpower für die Zukunft, echte Lösungen für die ganzen krassen Herausforderungen unserer Zeit.“

 

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Erst Stuttgart, dann Berlin und jetzt Das – Humor ist, wenn man dennoch lacht....
 
31. 10. 2019
 
Punktlandung Express
Wochenblick.TV: Migranten beklatschen am Weltraumbahnhof?
 
Nachdem in Deutschland das Projekt „Stuttgart 21“ quasi reibungslos auf Schiene gebracht wurde und der neue Berliner Flughafen auf allen Ebenen ein voller Erfolg ist, wird es jetzt Zeit für den nächsten logischen Schritt: Deutschland braucht einen „Weltraumbahnhof“.
Ein Kommentar von René Rabeder
Auf das Bild klicken um das Video zu sehen:
Forderung der deutschen Industrie
Der Bau eines privaten Raumschiffhafens in der Bundesrepublik ist auch tatsächlich eines der ausgerufenen Kernziele des Bundesverbands der deutschen Industrie. „Die Bundesregierung sollte die Voraussetzung für den Bau eines privaten Raketenstartplatzes in Deutschland schaffen und eine deutsche Trägerrakete für kleine Nutzlasten durch Ausschreibung und Auftragsvergabe fördern“, heißt es.
Raketenwissenschafter kamen ins Land
Der dafür zuständige Bundeswirtschaftsminister und Hobby-Stage-Diver Peter Altmaier hat sein Interesse auch bereits bekundet. Schon alleine nachdem seit dem Jahr 2015 tausende Raketenwissenschafter ins Land eingewandert sind, die aber aufgrund ihrer ganz besonderen Qualifikationen am Arbeitsmarkt bisher eher schwierig zu integrieren waren, macht diese Überlegung durchaus Sinn. Sie beweist aber auch auf anderen Ebenen nicht nur wirtschaftlichen, sondern vor allem auch politischen Weitblick. So soll die Merkl-Regierung schon länger daran interessiert sein, unliebsame Politiker und all zu kritische Bürger kurzerhand auf den Mond zu schießen.
Gibt es noch mehr Refugees, da draußen?
Wer weiß, vielleicht findet sich so ganz nebenbei in den unendlichen Tiefen des Weltraums sogar noch Leben, über dessen moralische Grundsätze man noch die Deutungshoheit übernehmen könnte. Schließlich mag am „deutschen Wesen“ ja bestenfalls nicht nur unsere Welt genesen. Und, man darf ja wohl auch träumen: Unter Umständen stößt man am Ende noch auf Flüchtlinge einer weit entfernten Supernova – also auf Klimaflüchtlinge – die man dann auf so einem „Weltraumbahnhof“ mit intergalaktischem Applaus, Luftballons und Teddybären in Empfang nehmen könnte! Was könnte da schon schiefgehen? Es gibt da draußen ja sicherlich keine Kultur, die sich mit der unseren nicht vertragen könnte, oder?
Eine Mutti für (All)e
Ja, es wäre ein kleiner Schritt für einen Deutschen. Aber ein riesiger Schritt für die Menschheit. Denn eines steht fest: Unsere Erde ist ohnehin zu klein für dieses aktuelle Deutschland der Angela Merkel und ihrer Schar an treuen Haltungsjounalisten!
Schließen wir für heute frei nach dem französischen Philosophen und Begründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung Blaise Pascal: „Das Weltall ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt Deutschland, dessen Umfang nirgends ist.“
 
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FAZ = Paul Ingendaay im intellektuellem Sprachwettbewerb mit Björn Höcke …..
 
29. 10. 2019
 
Gratulation, diesen Sprachwettbewerb hat Paul Ingendaay von der FAZ für sich als Sieger verbuchen können.
 
Ist Björn Höcke noch sehr aufrichtig und bodenständig in seiner Sprache, Begriffs- wie Wortwahl, kommt Herr Paul Ingendaay mit sprachlicher Lapsuswendung an und tut sich in inhaltlichen Verdrehungen wie Bezugnahmen hervor, die völlig neben jeglicher Vernunft liegen. Aber bei der FAZ und Herrn Paul Ingendaay geht es ja auch nicht um Vernunft oder um aufrichtigen Jouzrnalismus, sondern um Vernichtung mit Hilfe der Sprachmanipulation.
 
Wer also auf die FAZ und Herrn Paul Ingendaay hereinfällt oder sich gar köstlich ob der Sprachkapriolen amüsiert, mag dieses tun. Nur, dem Lande wie der Warhheit wird damit nicht geholfen.
 
 
 
 
Björn Höckes Sprache : Mief und Muff

Vor neunzig Jahren hätten sich die öffentlichen Äußerungen (von den privaten mal zu schweigen) des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke durchaus karrierefördernd auswirken können. Zwar hätte die junge NSDAP mit Höckes Rede von der „Wende 2.0“ wenig anzufangen gewusst, und die Frage ist, ob Höcke selbst so genau weiß, was er damit meint. Aber andere Sätze des Wahlsiegers vom Sonntag hätte die aufstrebende Partei der Nationalsozialisten in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gar nicht so übel gefunden, etwa die Sache mit dem „bevorstehenden Volkstod durch den Bevölkerungsaustausch“, eine von vielen gedruckten Höcke-Formulierungen, die das Verwaltungsgericht Meiningen zu dem Urteil bewogen, dass man Höcke einen „Faschisten“ nennen darf. Um an einen anderen Spruch vom Wahlabend zu erinnern: „Wir werden uns unser Land jetzt weiter zurückholen.“
 
Mein persönlicher Favorit unter den Höcke-Sätzen nach dem AfD-Sieg ist: „Der Mief und der Muff werden jetzt abgeräumt werden, liebe Freunde.“ Man achte einerseits auf den korrekten Plural im Verb (ganz selten!), andererseits auf die Alliteration in Anlaut und Ablaut (gar nicht so leicht!). Und das war’s dann auch schon in der Abteilung sprachliche Finesse, denn natürlich lässt sich weder Mief noch Muff besonders leicht „abräumen“, hier taumelt das brachiale Wort einfach ins Leere. Ein bisschen lüften, das wär’s schon. Wirklich unappetitlich ist Höckes Ausdruck „soziale Patrioten“, mit dem er in Interviews auch gestandene journalistische Profis verwirrt. Man spürt: Etwas stimmt damit nicht, bis einem aufgeht, dass der Begriff eine clevere auratische Nähe zur Wortschöpfung „Nationalsozialist“ herstellt, ohne exakt dasselbe auszusagen.
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Die Zeit auf Springerkurs – ein neuer „Stürmer“ der gehobenen Art ….
 
25. 10. 2019
Rechtsextremismus: Höcke will den Bürgerkrieg
 
Ein "Zuchtmeister", der den "Stall ausmistet" mit "wohltemperierter Grausamkeit". Die Sprache des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke offenbart seine Gefährlichkeit.
 
Ein Gastbeitrag von Hajo Funke
  1. Oktober 2019,
Björn Höcke bei einem Wahlkampftermin in Brandenburg im August © John Macdougall/​AFP/​Getty Images
Aus Worten können Taten werden, daran haben Politiker wie Angela Merkel und Heiko Maas in der Diskussion über den Rechtsextremismus in Deutschland zuletzt immer wieder erinnert. Auch die Rhetorik des Thüringer AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke sollte an dieser Gefahr gemessen werden, mahnt der Berliner Rechtsextremismus-Forscher Hajo Funke. Im Gastbeitrag erläutert er, was er damit meint.
 
Hajo Funke
75, ist Rechtsextremismusforscher. Bis zu seiner Emeritierung 2010 lehrte er am Institut für Politische Wissenschaften der Freien Universität Berlin.
Am 2. Juni dieses Jahres ist dann der erste politische Mord von ganz rechts verübt worden: Ein in der Szene bekannter Rechtsextremist erschoss den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.
Am 9. Oktober wollte der Attentäter von Halle viele Gläubige in der jüdischen Synagoge erschießen. Als ihm das nicht gelang, tötete er wahllos zwei Passanten und sagt nun, er habe "die Falschen getroffen". Sein Anschlag auf die Synagoge hat die jüdische Nachkriegsgemeinschaft in Deutschland an ihrem höchsten jüdischen Feiertag erschüttert wie nie seit 1945. Wenn die Tür nicht gehalten hätte, wäre nichts mehr, wie es vor dem 9. Oktober war.
Mehr zum Thema: AfD und Nationalismus
 
Die Sicherheitsbehörden sind angesichts dieser Ereignisse inzwischen erkennbar erschüttert. Können sie noch ausreichend für Sicherheit sorgen? Und fast drei Viertel der bundesdeutschen Bevölkerung machen die Hetzer von rechts, aus der AfD, für diese Entwicklung mitverantwortlich.
Ich finde: zu Recht. Dies gilt – zuallererst – für Björn Höcke, den AfD-Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl in Thüringen an diesem Sonntag, und dem von ihm geführten Flügel der Partei. Man muss sich seine Rhetorik nur einmal genau anschauen.
"Wohltemperierte Grausamkeit": Das Programm Björn Höckes
In seinem Buch Nie zweimal in denselben Fluss, das Mitte 2018 erschien, beschwört Höcke einen "Volkstod durch den Bevölkerungsaustausch" und damit die zentrale Verschwörungstheorie der Neuen Rechten um Götz Kubitschek und die Identitären. Als zentrales Ziel seiner Partei fordert Höcke eine Säuberung Deutschlands von "kulturfremden" Menschen. Darunter versteht er, in aller Pauschalität, Asiaten und Afrikaner. Höcke schreibt: "Neben dem Schutz unserer nationalen und europäischen Außengrenzen wird ein groß angelegtes Remigrationsprojekt notwendig sein." Er will also Millionen Bürger aus dem Land verbannen.
Dieses "Remigrationsprojekt", so schreibt es Höcke, sei wohl nur mit Gewalt zu schaffen: "In der erhofften Wendephase", (offenkundig meint er einen Machtantritt der AfD), "stünden uns harte Zeiten bevor, denn umso länger ein Patient die drängende Operation verweigert, desto härter werden zwangsläufig die erforderlichen Schnitte werden, wenn sonst nichts mehr hilft." Und: "Vor allem eine neue politische Führung wird dann schwere moralische Spannungen auszuhalten haben: Sie ist den Interessen der autochthonen Bevölkerung verpflichtet und muss aller Voraussicht nach Maßnahmen ergreifen, die ihrem eigentlichen moralischen Empfinden zuwiderlaufen." Man werde – so heißt es bei Höcke weiter wörtlich –, "so fürchte ich, nicht um eine Politik der 'wohltemperierten Grausamkeit' herumkommen. Existenzbedrohende Krisen erfordern außergewöhnliches Handeln. Die Verantwortung dafür tragen dann diejenigen, die die Notwendigkeit dieser Maßnahmen mit ihrer unsäglichen Politik herbeigeführt haben." (Seite 254 ff.)
Höcke erklärte schon 2014, was er meint, wenn er Friedrich Hegel zitiert: "Brandige Glieder könnten nicht mit Lavendelwasser kuriert" werden: Seine Regierung sei lediglich und allein der autochthonen, übersetzt also der ethnisch-deutschen Bevölkerung verpflichtet. Es handelt sich um eine Vorstellung ethnischer Homogenität, die wie die Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz Anfang dieses Jahres zum Flügel der AfD betont, verfassungsfeindlich und rassistisch ist. Höcke will dieses Weltbild notfalls mit Grausamkeit durchsetzen. Sollte seine Partei in Thüringen regieren, würde das bedeuten, der Parole zu folgen, die Alexander Gauland nach der Bundestagswahl 2017 ausgerufen hat: "Wir werden sie jagen."
 
Die "nicht willfährigen" Deutschen
In seinem Buch stellt Höcke auch fest, dass "wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind" mitzumachen." Er denke an einen "Aderlass". Diejenigen Deutschen, die seinen politischen Zielen nicht zustimmten, würden aus seinem Deutschland ausgeschlossen werden. Er trete für die Reinigung Deutschlands ein. Mit "starkem Besen" sollten eine "feste Hand" und ein "Zuchtmeister" den "Saustall ausmisten".
 
 
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Freies Denken unerwünscht …....
23. 10. 2019
Mit diesem übergeordneten Titel erlauben wir uns von rt-koenigsberg, den Gastbeitrag zum Thema „freie Bildung und freies Denken lernen“ was von der heutigen politischen Zielrichtung so vehement bekämpft wird, zu übernehmen.
 
Ein Gastbeitrag von David Leukert
Gegen Waldorfschulen ist eigentlich nichts einzuwenden, es sei denn, man findet Handarbeitsunterricht schlecht, in dem auch zehnjährige Jungs lernen wie man Topflappen häkelt, ohne eine Masche fallen zu lassen.
Mediale Miesmacher schafften es in den letzten Wochen trotzdem, den mit weltweit 1182 Schulen erfolgreichsten deutschen Kulturexport zu diskreditieren. Das Kontraste Magazin der ARD etwa nahm das hundertjährige Jubiläum zum Anlass, die Verbreitung „einer fragwürdigen Ideologie“ zu unterstellen. Und die Redakteure aus Potsdam meinten damit nicht den garantiert recherchefreien Haltungsjournalismus, oder den an öffentlichen Schulen grassierenden Vulgärmarxismus, sondern die ganzheitliche Erziehungsmethode der Rudolf Steiner Schulen, die sowohl in Berlin-Dahlem als auch in den Slums von Sao Paolo Filialen führen, um Kindern jenseits von Klassenunterschieden beizubringen, wie man ein halbwegs anständiger Mensch wird.
Müssen sich Waldorf-Schulen von Rudolf Steiner distanzieren?
Springer-Journalistin Susanne Gaschke, die den Eindruck macht, als hätte sie Pädagogik studiert, um selber einmal in den Genuss äußerst strenger Erziehung zu kommen, bemäkelt in der Welt die große Nähe dieser Schulen zu ihrem Gründervater und verlangt, die Waldorfpädagogik müsse diesen erst einmal eliminieren, wenn sie eine glaubwürdige erzieherische Alternative darstellen will. Das ist ungefähr so, als forderte man einen Beatnik auf, Abstand von Jack Kerouac zu nehmen, oder den Kaffeetrinker, sich von der Bohne zu distanzieren.
In dasselbe Horn stößt Josef Kraus bei Tichys Einblick. Der ehemalige Studienrat schießt insofern den Vogel ab, als er zugibt, das Werk Steiners gar nicht zu kennen, es sei ihm einfach zu umfangreich, „schließlich hat Steiner 354 Bände mit 5.611 Vorträgen interlassen“. Tatvorwurf: Fleiß. Darauf muss man erst mal kommen. Interessanter Weise lässt es sich der Pauker dennoch nicht nehmen, problematische Passagen des Anthroposophen aus dem Zusammenhang gerissen aufzulisten, um dem Österreicher so richtig eins auszuwischen. Was will uns Oberlehrer Kraus damit sagen? Genies haben auch mal einen schlechten Tag? Ganz neue Erkenntnis. Definitiv nicht neu sind Repression und Vernichtungswillen gegenüber Institutionen freiheitlicher Gesinnung, denn „es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen“ (Friedrich Schiller). Das glänzend Andere, Gewagte und in Teilen auch Schräge stieß bei Leuten vom Typus Susanne G. und Joseph K. schon immer auf Ablehnung.
In der DDR verboten
In der DDR wie in der übrigen sowjetischen Einflusszone waren Waldorfschulen („kleinbürgerlich“) verboten. Auch im Dritten Reich musste der Betrieb eingestellt werden, Schriften Steiners wurden aus den Bibliotheken verbannt. Die Aussage „der Unterschied in Bezug auf Rassen wird in Zukunft aufhören, je mehr das individuelle Element die Oberhand gewinnt“ (München, 1907) passte naturgemäß nicht in das Konzept der Nationalsozialisten, die ganz auf die Macht der Vererbung setzten.
Eine mutige Missachtung des Blut- und Bodenkonzeptes praktizierte die 1967 gegründete Constantia Waldorfschule in Kapstadt, die als einzige pädagogische Einrichtung Südafrikas während der Apartheid den Unterricht mit weißen und schwarzen Kindern inklusiv durchführte. Im Gegensatz zu den Globalisten mit ihrem marginalen Realitätsbezug leugnen Waldorfs tribale und nationale Eigenschaften keineswegs. Doch erachten sie eine Gruppenidentität nicht als konstituierend für das Wesen des Kindes.
Auf ihrer Webseite erläutern die Erzieher der Constantia Waldorf School die hinter ihrer Pädagogik stehende Weltanschaung: „Die Lehrer sind der Auffassung, dass alle Kinder auf natürliche Weise religiös sind. Wenn diese Qualität nicht durch Dogmatismus verzerrt oder durch Ablehnung zerstört wird, kann Religiosität eine feste Grundlage dafür sein, Vertrauen in das Leben zu fassen.“
Keine bigotten Bodenküsser heranzüchten
Dabei predigen die Lehrer nicht, sie wollen keine bigotten Bodenküsser heranzüchten, vielmehr soll im Unterricht eine Wertschätzung der Schöpfung, ein Bewusstsein für die rhythmischen Prozesse der Natur vermittelt werden. Kernsatz der Herangehensweise ist das folgende Gedicht aus dem West-Östlichen Divan (So wie man in Nordrhein-Westfalen Goethe gerade aus dem Lehrplan öffentlicher Schulen tilgt, so grundlegend prägt die deutsche Klassik den Unterricht an den Rudolf Steiner Schulen):
Im Atemholen sind zweierlei Gnaden
Die Luft einziehen, sich ihrer entladen
Dieses bedrängt, jenes erfrischt
So wunderbar ist das Leben gemischt
Du danke Gott, wenn er dich presst
Und dank ihm, wenn er dich wieder entlässt
Der religiöse Aspekt ist aufgeklärten Zeitgenossen selbstverständlich ein Dorn im Auge, besonders den Gouvernanten aus den rot-rot-grünen Luftschlössern. Doch müssen Skeptiker mit Resttoleranz den Südafrikanern zumindest im Punkt „All young children are naturally religious“ recht geben. Rituale der Andacht haben für Kinder eine große Bedeutung. Ignorieren Erzieher dieses Bedürfnis, diesen Drang zum Höheren, sucht sich das verirrte Schäfchen erfahrungsgemäß einen anderen Gegenstand der Verehrung. Die meisten Ersatzreligionen sind harmlos, doch wenn es schief läuft, landet der Gläubige bei Bayer Leverkusen, nennt den Plastik-Club „Kultverein“, Rudi Völler „Fußballgott“. Oder er huldigt einem Fetisch, entwickelt eine zünftige Vaginalobsession, vergöttert den Rapper Al Gear mit seinem Song „Periode ist eine Krankheit“ – zur Zeit ein Welthit in Deutschland. Auch das worstshipping der Mescalineros von „Extinction Rebellion“ stellt eine attraktive Ersatzreligion dar.
Das Ende der Welt ist nämlich gekommen: „Wir haben nur noch drei Monate Zeit“ (O-Ton Aktivist vor der Siegessäule). Da ist natürlich die logische Konsequenz, dass man seinen Mitmenschen noch mal so richtig auf den Sack geht und Pendler daran hindert, pünktlich zur Arbeit zu kommen. Und wenn man sich für 450 Euro die Woche -umgekehrter Ablasshandel- auch noch mit verzückten Zuckungen in Extase hüpfen kann, ist der Hypermoral Genüge getan, der Eintritt ins Nirvana nur noch Formsache. Hare-Hare-Hare-Klima!
Nein, wir wollen lieber, dass unser Kind lernt, seinen „Namen zu tanzen“
Renitente Eltern sagen sich: Nein, wir wollen lieber, dass unser Kind lernt, seinen „Namen zu tanzen“. Letzteres entspricht allerdings kaum den Gegebenheiten, denn Waldorfschüler tanzen ihren Namen nicht, nur den Vornamen. Schulen in Russland versuchten bis vor ein paar Jahren, den vollständigen Namen darzustellen, nahmen dann aber davon Abstand, weil es bei Tschucktschichov zu Unfällen kam. Musik kann genauso abgebildet werden. Manchmal schweben die Schüler auf Beethovens Mondscheinsonate, oder bewegen sich zu Al Gears „Periode ist eine Krankheit“. Das Ganze nennt sich Eurythmie. Die Ausübung dient der Harmonisierung der Wesensglieder, verbessert bei richtiger Anwendung die Konzentrationsfähigkeit der Eleven. Mit Tanz oder Turnen hat es wenig zu tun. Die Bewegungen sollten weder geziert wie beim Standard, noch zielgerichtet wie beim Sport ausgeführt werden, sondern in organischem Fluß, Worten bzw. Tönen folgend, Klang visualisieren. Abläufe und Gebärden ähneln eher dem Tai Chi, das der Urheber mal als „Eurythmie des Ostens“ bezeichnete. Insofern ist die schulinterne Bewertung „Öko-Karate“ treffender als das abgegriffene Namentanzen.
Das Problem mit Vorurteilen ist, dass sie meistens berechtigt sind. Das gilt jedoch nicht für die Annahme, die 1919 gegründete reformpädagogische Einrichtung sei eine Spielschule. Es mag sein, dass Quereinsteiger unter den Lehrkräften das Prinzip missverstehen und bis zum Abitur Klatschen-XXL und Blockflöte-brutal veranstalten. Im Sinne des Erfinders wäre das nicht: „Durch ein bloßes Im-Spielen-Lernen kann man dem Kinde die ganze Kindheit verderben.“ (Dornach 1922) Tatsächlich ist der Unterricht dem Plan nach stark strukturiert, Frontal-Unterricht selbstverständlich, auf Tests folgen dezidierte schriftliche Beurteilungen und die Lehrer setzen auf Autorität. „Der Herr F. ist gut“ „Warum?“ „Der ist streng“ muss sich das eine oder andere zuhause lax operiende Waldorf-Elternteil anhören. Zumindest bei den Jüngeren gibt es einen erkennbar gegebenen Wunsch nach straffer Führung und klaren Vorgaben.
Fixpunkt vorbildlicher Autorität
Fehlt in jungen Jahren der Fixpunkt vorbildlicher Autorität, kommen dabei so anmaßende Backfische wie Greta, Luisa, Clara heraus. Neunmalkluge BesserwisserInnen, die meinen, schlauer zu sein, als der klimawandelskeptische Professor für Teilchenphysik.
Anscheinend gab es das Problem in Ansätzen schon vor hundert Jahren. Mit antiautoritärer Erziehung „wird der Grund gelegt zu all der Großmannssucht, die heute in die Jugend gepflanzt wird, zu all dem Dünkel und Vorurteil, als ob man schon irgendwie einen Standpunkt haben könnte!“ (Heidenheim, 1918) Was passiert, wenn man Kinder zu kleinen Erwachsenen macht, sollte nachvollziehbar sein. Die Verfehlung schmieren die Verzogenen den Verantwortlichen früher oder später aufs Brot: „You have stolen my childhood!“ Und damit hat Fräulein Thunberg mal recht.
In diesem Zusammenhang verständlicher erscheint auch ein weiterer seltsamer Ansatz der Erziehungsmethode Waldorf. Eine „Verintellektualisierung“ von Grundschülern soll verhindert werden. Was wie eine Handlungsanweisung für Betreuer der Daniela Katzenberger Hauptschule klingt, ist in Wahrheit ganz gut durchdacht. Wird das Gehirn in jungen Jahren unangemessen beansprucht, stellt sich unter Umständen derselbe Effekt ein, wie bei verfrühtem Krafttraining. Dieses behindert das Wachstum und bringt am Ende keinen leistungsfähigen Sportler hervor, jenes keinen klugen Menschen, der in der Lage ist, eigene Gedanken zu entwickeln.
Nobelpreis für Medizin
Entsprechend zurückgeblieben war vermutlich auch der Waldorfschüler Thomas Südhof (dreizehn Jahre in Hannover), hätte bei Mathe-Olympiade und Jugend forscht vielleicht kläglich versagt. Im Jahr 2013 reichte es dann doch irgendwie zum Nobelpreis für Medizin.
Er erhielt ihn für die Erforschung des „Steuerungssystems für den Transport und die Zustellung von zellulärer Fracht“, was sich ziemlich verintellektualisiert anhört.
Möglicherweise hätte er diese Exzellenz nicht erringen können, wenn er schon in der Unterstufe mit Infinitesimalrechnung, dem Gesetz vom Erhalt der Masse und Desoxyribonukleinsäure traktiert worden wäre. Geschadet hat ihm das Häkeln von Topflappen jedenfalls nicht.

 
David Leukert ist Autor und Kabarettist aus Berlin.
Zur Zeit tourt er mit dem Programm „Schau Liebling, der Mond nimmt auch zu!“ Mehr bei Facebook und unter David-Leukert.de
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Neben der Spur gesellschaftlicher Wirklichkeiten …....
 
20. 10. 2019
 
Jede Jugend und speziell eben auch die der Studenten, suchen periodisch immer wieder für sich eine neue Welt zu entdecken, was der Sache nach ja auch nichts Schlechtes sein muß. Diese Suche, die jedoch hier beschrieben wird, erscheint denn doch fernab jeglicher Wirklichkeiten angesiedelt. Diese Jugend scheint ihren eigentlichen Zweck, das Studieren, nicht mehr im Fordergrund ihres Denkens wie Handelns zu haben, sonden sehen die UNI und ihrer ASTA-Ausschüsse eher als politisches Sprungbrett wie Kadereinrichtung zur Weltveränderung. Dabei haben wir gerade heute mit den Grünen wie der ganzen Genderrichtung schon ausreichende Belege, das die Erziehung zu einem neuen Menschen, wie schon bei Stalin, AH, Mao, Pol Pott etc., eigentlich immer nur in Blut undf Schweiß enden.
 
Das wirklich Schlimme heute ist jedoch, diese Jugend scheint dabei völlig zu übersehen, welche gesellschaftlichen Veränderungen lange eingeleitet sind und die Möglichkeit, sich in dieser ideellen Freiheit genutzt auszuleben, geht rapide ihrem Ende entgegen. Wenn diese Jugend nicht ihren Blick öffnet und ihre Scheuklappen ablegt, werden sie keine Zeit mehr haben, sich eine selbstbestimmte Zukunft aufzubauen. Die Geschichte wird wie Heuschrecken aus NahOst und Afrika über sie herfallen und sie haben keine Chance, sich dagegen zu erwehren. Sie haben mit der Selbstbeschäftigung die Wirklichkeit wie die Zeit verpaßt, sich zu sichern.
 
 
Kulturkampf an Deutschlands Unis: Zwischen Rückschritt und Revolte
 
Ideologische Kämpfe an deutschen Universitäten  
Zwischen Rückschritt und Revolte
Von Tim Kummert
20.10.2019, 10:29 Uhr
Kulturkampf an Deutschlands Unis: Zwischen Rückschritt und Revolte. Die konservative Studentin Lena van Bracht und die linke Aktivistin Kenja Felger: Die Studenten kämpfen um den Einfluss an den Universitäten und in Deutschland. (Quelle: RCDS Facebook/privat)
Die konservative Studentin Lena van Bracht und die linke Aktivistin Kenja Felger: Die Studenten kämpfen um den Einfluss an den Universitäten und in Deutschland. (Quelle: RCDS
 
Linke Studenten planen von den Universitäten aus eine Revolution: Sie kämpfen für genderneutrale Sprache und gegen Militarisierung. Konservative Gruppen fürchten eine Meinungsdiktatur in Deutschland. Jetzt wollen die Grünen und die AfD von dem Streit profitieren. 
Wenn Kenja Felger erklärt, wie sie die Landesregierung Nordrhein-Westfalens sabotieren will, bekommt ihre Stimme einen entschlossenen Unterton: "Im realitätsfernen Landtag können sie sich viel ausdenken. Gegen dieses Gesetz gehen wir jetzt auf die Barrikaden." Die 26-jährige Studentin schimpft über eine umstrittene Rechtsreform der schwarz-gelben Landesregierung, die sogenannte "Zivilklausel" wurde abgeschafft: An den Universitäten darf ab jetzt auch für militärische Zwecke geforscht werden. Für Felger ist das Gesetz ein wahr gewordener Albtraum.
Die Politikwissenschaftsstudentin fürchtet, dass "die Ergebnisse von Biologen, die die Landemechanismen der Heuschrecken beschreiben, später auch mal für Drohneneinsätze benutzt werden könnten. In Amerika ist das längst Realität!" Damit sei das neue Gesetz der erste Schritt, dass "neue Kriege entstehen könnten." 
Linke Aktivistin Kenja Felger: Sie planen eine Revolution. (Quelle: Privat)
Um das zu verhindern, sitzt Felger an einem Samstag im September mit 19 Mitstreitern von der Hochschulgruppe "Sozialistisch Demokratischer Studierendenverband" in einem Begegnungszentrum in Wuppertal, die Studenten trinken viel Kaffee und essen Rohkost. Schnell sind sie sich einig: Mit Demonstrationen wollen sie die Universitäten so stark unter Druck setzen, dass diese nur Forschung betreiben, die keinesfalls militärisch genutzt werden könnte.
Sie kämpfen dafür, Deutschland grundlegend zu verändern 
Kurz sprechen sie über die Gefahr, wegen ihres Protests exmatrikuliert zu werden. Aber Felger wischt die Frage weg wie eine lästige Fliege. Selbst wenn das geschehe, "wir lassen uns von unserem Widerstand nicht abbringen".
Szenen wie das Studententreffen in Wuppertal sind gerade an etlichen Universitäten Deutschlands zu beobachten. Zum Start des beginnenden Wintersemesters bieten viele linke Gruppen zudem alternative Einführungswochen für die neuen Studenten an. Die Veranstaltungen tragen Titel wie "Aufstand oder Aussterben". Sie kämpfen dafür, Deutschland grundlegend zu verändern und wollen einen Umbruch der Gesellschaft: Die in ihren Augen wachsende Militarisierung und der Kapitalismus sollen verbannt werden, stattdessen soll die Sprache im Bezug auf Geschlechter neutral sein, und ein neues Wirtschaftssystem entstehen.
Zunehmend sorgen sie auch für den Ausfall von Veranstaltungen, in Frankfurt kam es zu einem Shitstorm in den sozialen Medien, als bei einer Konferenz über Kopftücher für Frauen debattiert wurde. Die Veranstaltung musste unter Polizeischutz stattfinden. Als der AfD-Gründer Bernd Lucke diese Woche eine Vorlesung an der Universität Hamburg halten wollte, buhten ihn linke Studenten aus – Lucke musste die Veranstaltung abbrechen.
Symbol einer Gesellschaft, in der die Pole den Takt vorgeben
Konservative Gruppen sehen durch den Aktionismus der Linken die Meinungsfreiheit in Deutschland bedroht und wehren sich ihrerseits mit Demonstrationen und Protesten. Dabei verhärten sich die Fronten, ein neuer Kulturkampf ist ausgebrochen. Man kann das belächeln, Splittergruppen links und rechts gab es in der universitären Geschichte immer schon, doch der Streit spiegelt einen Trend wieder: Schon länger ist zu beobachten, welche Emotionalität entsteht, wenn Sprache zum Politikum wird, wenn Geschlechterverhältnisse verändert oder Grenzen und Freiheit von Forschung debattiert werden.
Das steigende Fieber an den Hochschulen, der Kampf für und gegen die sogenannte politische Korrektheit, ist das Symbol einer Gesellschaft, in der die Pole den Takt vorgeben. Die Volksparteien verhalten sich zurückhaltend in der Debatte, sie fürchten, in den Gefühlswallungen nur verlieren zu können. Einzig die Grünen und die AfD versuchen, sich in den Kulturkampf an den Universitäten einzumischen – und das aufgeheizte Klima für sich zu nutzen. 
Die linken Gruppen wollen besonders stark Druck machen. Aus ihrer Sicht ist in Deutschland momentan alles zu rechts, zu traditionell, zu langsam. Wer erfahren will, wie dieses Lager tickt, muss Beccs Runge besuchen. Runge ist Referentin für Gleichstellung an der Universität Leipzig, und sieht sich weder als Mann noch als Frau, möchte mit dem Pronomen "Es" bezeichnet werden. Den Umbruch in der Sprache an den Universitäten will Runge fördern, sagt "StudentInnen" und macht dabei eine kleine Pause vor dem "I".
Meinungsfreiheit ende dort, wo Diskriminierung anfange
Dabei lehnen 67 Prozent der Deutschen eine genderneutrale Sprache ab, wie eine repräsentative Umfrage von t-online.de im Januar 2019 ergab. Beccs Runge sind solche Umfragen egal, in ihrer Idealvorstellung Deutschlands sind alle Menschen gleich. Als Basis dafür taugt aus ihrer Sicht der Kapitalismus nicht, Runge fordert eine "völlige Abkehr" davon. Runges Vorbild ist der Sozialismus, auch wenn das von ihr nicht direkt ausgesprochen wird – sie weiß, wie viele Vorbehalte Menschen bei dem Begriff haben.
Wenn es nach Runge und ihren Mitstreitern geht, soll sich nicht nur die Sprache verändern. Die linken Gruppen setzen sich dafür ein, dass künftig noch bestimmte Meinungen an den Universitäten, aber auch in Fernsehfilmen und Reden auf den Marktplätzen, vertreten werden. Und was ist mit der im deutschen Grundgesetz festgelegten Meinungsfreiheit? "Die endet da, wo Diskriminierung anfängt – beispielsweise, wenn jemand menschenfeindliche Positionen vertritt", sagt Runge. Was menschenfeindlich ist, das definiert sie selbst.
Runge will jetzt ihren Wirkungsradius erweitern, bis tief in die Gesellschaft hinein: "Gerade wir linken Studierenden vernetzen uns immer stärker. Wir wollen eine grundlegende Veränderung in diesem Land!" Wenn man Runge zuhört, muss man an Rudi Dutschke denken, der die Studentenrevolution der 68er-Bewegung mit seinen Reden prägte.
"Wo das Geschlecht jeden Tag wechselt, beginnt der Wahnsinn"
430 Kilometer südlich vom Büro der Aktivistin Beccs Runge sitzt Felix Brandstätter mitten in München und trinkt erst einmal einen großen Schluck Weißbier. "Das ist alles unglaublich", sagt er und lehnt sich zurück. "Wir können natürlich über die Toilette fürs dritte bis vierte Geschlecht debattieren. Oder wir sprechen darüber, dass wir in vielen Unis Löcher im Dach haben und es an der grundlegenden Ausstattung von Lehrmaterialien fehlt." Der 26-jährige Brandstätter trifft sich an diesem Abend in einer Bar vor der Staatsbibliothek der Universität mit Lena van Bracht und Anna-Maria Auerhahn.
Felix Brandstätter (zweiter von links) und Anna-Maria Auerhahn (dritte von links) vom RCDS Bayern: "Wo das Geschlecht jeden Tag wechselt, beginnt der Wahnsinn." (Quelle: Facebook/RCDS)
Die drei Studenten sind im Führungszirkel des Rings Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) aktiv, einer konservativen Studentengruppe, die der CDU und der CSU nahesteht und: Sie sind wütend. "Wo das Geschlecht jeden Tag wechselt, beginnt der Wahnsinn. Und diesen Wahnsinn dürfen wir nicht in die Universität tragen", sagt van Bracht. Die 23-jährige Jurastudentin ist für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins verantwortlich. Van Bracht erzählt, wie konservativ sie aufgewachsen sei, wenn es nach ihr ginge, sollte die CSU die absolute Mehrheit stellen – nicht nur in Bayern, sondern auch im Bundestag.
Die 23-jährige Studentin Lena van Bracht: Beim RCDS halten sie sich für die letzte Bastion der Konservativen. (Quelle: Facebook/RCDS)
Etwa 8.000 Mitglieder hat der RCDS deutschlandweit, sie sind neben den liberalen Hochschulgruppen die prominentesten Gegner der linken Gruppen. Beim RCDS halten sie sich für das letzte Bollwerk der Konservativen in der Gesellschaft. Brandstätter, van Bracht und Auerhahn finden, dass die gesamte Debattenkultur in Deutschland ins Rutschen gerät – sie sehen die Meinungsfreiheit in Gefahr.
Dem RCDS sprang kürzlich der Deutsche Hochschulverband bei. In einer veröffentlichten Erklärung "gegen Denk- und Sprechverbote an Universitäten" des Vorsitzenden Bernhard Kempen heißt es: "Die Universität muss Teil und Forum der gesellschaftlichen Debatte sein. Ein Rückzug in den 'Elfenbeinturm' schadet ihr selbst", er stellt sich in dem Schreiben gegen überzogene "Political Correctness". Das Schreiben war eine Reaktion auf die zunehmenden Demonstrationen an den Universitäten.
In München geht der Abend zu Ende. Felix Brandstätter will einen Punkt noch loswerden: "Das Problem mit dem Wort 'Studierenden', was in linken Kreisen neuerdings gern benutzt wird, ist: Es ist ein sogenanntes substantiviertes Partizip. Das bin ich nur in dem Moment, in dem ich es tue – das mag nach Haarspalterei klingen, doch die Wirklichkeit wird verbogen: Wenn ich gerade mal nicht in der Vorlesung sitze, sondern einen Kaffee trinke, bin ich kein "Studierender" mehr. Noch irrer ist nur die Bezeichnung 'studierende Person'."
Seine Verbündete Lena van Bracht schaut auf das mittlerweile leere Glas vor sich, wirft einen Blick in die Runde und grinst: "Bestellen wir doch noch einen Wein. Bei der ..." – sie macht eine Kunstpause – "... bedienenden Person." Großes Gelächter am Kneipentisch, hier in München halten sie linke Studenten wie Kenja Felger oder Beccs Runge für weltfremde Spinner. 
Drastischer Kulturwandel an den Universitäten
Vieles, was an den Universitäten geschieht, gelangt kaum in den Fokus der Öffentlichkeit. In Siegen wurden einem Professor die finanziellen Mittel gekürzt, weil der eine Veranstaltung mit Thilo Sarrazin und einem AfD-Politiker ausgerichtet hatte. An vielen Universitäten ist intern von einem "drastischen Kulturwandel" die Rede.
Die Soziologin Susanne Strauß sieht das ähnlich, eine echte Revolution erwartet sie trotzdem nicht. "Im Umgang mit umstrittenen Themen muss man trotzdem abwägen. Die genderneutrale Sprache zum Beispiel, die schadet ja niemandem. Bei der Umsetzung muss man eben behutsam vorgehen." Sie plädiert dafür, die Debatte zu versachlichen.
Geringe Wahlbeteiligungen bei Studentenparlamenten
Derweil geraten Politiker zunehmend unter Druck. Sigmar Gabriel wurde im Rheinland als "Iransiggi" verspottet, weil der ehemalige Außenminister im Nahen Osten den Regierungsvertretern Irans die Hand geschüttelt hatte. Auch dort kam es zu massiven Protesten. Bei einer Veranstaltung mit FDP-Chef Christian Lindner stürmten Studenten die Bühne. Die einzelnen Beobachtungen häufen sich, sie sind Symptome der wachsenden Polarisierung.
Im Meinungskampf sind die linken Gruppen oft deshalb wirkungsstark, weil sie gut mobilisieren können: Bei einer Wahlbeteiligung von oft unter zehn Prozent bei der Wahl der Studentenparlamente an den Unis triumphieren die Linken oft, weil kaum konservative Studenten zur Wahl gehen. Die demokratische Legitimation ist oft gering, der Einfluss dafür groß: Denn es geht in den Gremien um die Investition von hohen Geldbeträgen und damit um Macht.
Die Räte der Universitäten sind ein Teil der Selbstverwaltung, sie entscheiden über hohe Budgets und die Förderung von bestimmten Projekten. Und etliche Studentengruppen profitieren vom Zeitgeist: Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahr 2017 zeigt, dass über 50 Prozent der Menschen unter 30 Jahren sich politisch links verorten.
Politiker von SPD und CDU wollen nicht klar Position beziehen
Doch die Volksparteien wollen sich in der Debatte kaum klar positionieren. Die hochschulpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen von SPD und CDU betonen auf Anfrage nur, dass Bildung eben Ländersache sei. Ruprecht Polenz wundert das nicht. Der ehemalige CDU-Generalsekretär sitzt heute im Hochschulrat der Fachhochschule Münster und sagt: "Die Politiker von SPD und CDU können bei dem Kampf um politische Korrektheit nur verlieren – egal auf wessen Seite sie sich schlagen, sie werden stets Wähler vergraulen."
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU): "Niemand sollte so überheblich sein, Diskurse zu verhindern." (Quelle: imago images)
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek von der CDU sagt zwar zu t-online.de: "Gerade Hochschulen müssen Orte des freien Denkens und der freien Debatten sein. Versuche, Debatten von vornherein zu unterdrücken, widersprechen der Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit. Das hat nichts damit zu tun, etwa populistische Thesen einfach hinzunehmen. Aber unter Demokraten sollte niemand so überheblich sein, Diskurse zu verhindern." Präziser will sie sich nicht festlegen.
Es wirkt, als drückten sich etliche Politiker vor der Debatte. Die mangelnde Positionierung könnte ein Symptom dafür sein, dass die Parteien sich oft nicht mehr trauen, in unangenehmen Debatten Position zu beziehen, dass sie verlernt haben, auch die Gefühlsebene in ihrer Politik zu berücksichtigen. Die Verbindung zu den Nervenenden des Volkes scheint gekappt zu sein, damit steht das Schweigen für die Entkopplung der Volksparteien von großen Teilen der Wählerschaft. 
Grüne und AfD versuchen, von der Debatte zu profitieren
Weil SPD und CDU sich nicht klar positionieren wollen, haben andere das Thema für sich entdeckt. Einer von ihnen ist Lasse Petersdotter von den Grünen, ihm gehen die Aktivitäten der linken Gruppen noch lange nicht weit genug. Petersdotter ist Landtagsabgeordneter in Schleswig-Holstein. Der 29-Jährige war selbst im Studentenparlament der Uni Kiel und von 2013 bis 2014 dessen Vorsitzender. Doch an den Universitäten dauert es trotz des Kampfes der Befürworter, bis sich wirklich etwas verändert.
Lasse Petersdotter von den Grünen ist Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein: Ihm gehen die Bestrebungen linker Gruppen noch nicht weit genug. (Quelle: imago images)
Petersdotter hat schon eine Idee, wie er das beschleunigen will: "Wenn an den Hochschulen nichts geschieht, ist es auch Aufgabe der Politik, einzugreifen und sich für Gleichstellung einzusetzen." Er will durch neue Gesetze Druck ausüben. Bei den Grünen ist seit 2015 der Genderstern bei der Formulierung von Anträgen Pflicht: "Politiker*innen", schreiben sie dort.
Die Grünen-Bundestagsfraktion reicht oft Anträge zu dem Thema bei der Bundesregierung ein, um sich so auch öffentlichkeitswirksam an die Spitze der linken Bewegung zu stellen: Sie plädieren für mehr Genderforschung und gendergerechte Sprache, regelmäßig werden Forderungen der Partei öffentlich, dass den Genderlehrstühlen an den Universitäten mehr Geld zugewiesen werden soll. Die "Linke" unterstützt die Grünen mit Aktionsplänen für "strategische Queerpolitik", die Partei fordert ebenfalls mehr Geld für Gender-Studiengänge. 
Auch die AfD will das Thema ausschlachten – aber mit einem dramatisch anderen Ziel, die Partei bedient die politische Gegenseite. Die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel warnt neuerdings vor der "Vergewaltigung" der Sprache, sie hat das Potenzial der Erregung erkannt.
Kubicki warnt vor Spaltung der Gesellschaft
Die Partei lehnt jegliche Förderung von Genderforschung ab, jeder Euro, der für Gleichberechtigung ausgegeben werde, sei zu viel. Die AfD bringt sich als diametraler Gegenpol in Stellung, sie inszenieren sich als die Kämpfer gegen den vermeintlichen "Genderwahnsin".
Für den stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Wolfgang Kubicki ist vor allem die Unnachgiebigkeit einzelner Gruppen in der Debatte um gendergerechte Sprache eine gefährliche Entwicklung. "Grundsätzlich erleben wir heute, dass politische Forderungen immer unnachgiebiger formuliert werden", sagt er. "Wenn jedoch die Beteiligten nicht mehr bereit sind, vorurteilsfrei die Argumente der anderen Seite anzuhören, bekommen wir ein Problem, das am Ende in eine Spaltung der Gesellschaft münden kann."
Von ausgleichenden Ansichten hält Bengt Rüstemeier nichts. Der junge Mann studiert Jura an der Humboldt-Universität in Berlin, ist Mitglied der Jugendorganisation der SPD und erzählt in einem Zimmer des Studentenrats von einem seiner Erfolge: Nun dürfen männliche Studenten gar nicht mehr reden, wenn sie nicht mindestens eine Frau auf der Rednerliste im Studentenparlament haben. 
Student Bengt Rüstemeier: Der Jungsozialist setzt sich für quotierte Rednerlisten ein. (Quelle: Privat)
"Wenn sich keine Frau meldet, darf niemand mehr reden, auch kein Mann", Rüstemeier lächelt zufrieden. Und sein Ziel bleibt der große Umbruch: "Was wir an den Unis erreichen, kommt bald in der Gesellschaft an. Wir müssen nur konsequent weitermachen."
Mitarbeit: Milena Pieper

 
 
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Gastbeitrag von Paul JG Ruegen
Thema: „ASTA-Kriminalitäten“
19. 10. 2019
 
 
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Die Szenen an der Universität Hamburg wecken frische Erinnerungen. An der Goethe Universität Frankfurt a.M. war ich eingeladen, um einen Vortrag über „Polizeiarbeit in der Zuwanderungsgesellschaft“ zu halten. Die Veranstaltung musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden, da Gewalthandlungen drohten. Zusätzlich formulierten linke „Wissenschaftler“ ein mit primitiven Thesen und glatten Lügen gespicktes Pamphlet, das die Kriminellen noch anstachelte.
In der Universität Köln wollten wir über Rechtsstaat und Freiheitsrechte diskutieren, die einladende mutige Professorin der Rechtswissenschaften hatte sich von Drohungen nicht abschrecken lassen. Und so versuchten wir, eine Diskussion zu führen, die im fanatischen Gebrüll krimineller Typen unterging. Die anwesenden Personenschützer verhinderten, dass die Bühne gestürmt wurde.
Und der Staat schaut zu. Rechtsfreie Räume an unseren Universitäten, wo das Recht des Stärkeren gilt und der Rechtsstaat ausgeschlossen bleibt. Und die Drahtzieher finanzieren sich u.a. aus den Zwangsbeiträgen, die den Studierenden abgeknöpft werden.
Diese Banden als „Demonstranten“, „Autonome“ oder „Protestler“ zu bezeichnen, knüpft an die Verharmlosungen in der Berichterstattung zum „Hambacher Forst“ oder „Rigaer Straße“ in Berlin an, wo Einsatzkräfte der Polizei immer wieder attackiert werden und in Lebensgefahr geraten.
 
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Ein Dr. Dr. ist noch lange kein Experte:
Dr. Dr. Marcus Ermler, geboren 1983, ist Mathematiker und Informatiker.
  1. 10. 2018
Ein Dr. Dr. macht nochlange keinen Fachmann für Gesellschaft, Politik und Geschichte. Schonmal wenn seine Titel ganz andere Fakultäten darstellen. D.h., dieser selbsternannte Gesellschaftsexperte ist nichts Anderes als jeder andere Bürger in diesem Lande. Also, Otto-Normal-Verbraucher, zum Bildungsmittelstand gehörend.
 
Und als dieser Mittelständler tut er sich jetzt wichtig und glaubt, seine obstrusen Thesen dem nötigen Anstrich von dr-rander Wahrheit zu vermitteln.

Wer den Artikel jedoch liest und die Merkwürdigkeiten seiner Dialektik erkennt wie begreift, kann nur noch den Kopf schütteln wie diese Lektüre gelangweilt in den Papierkorp werfen. Es lohnt nicht, auf derartige pseudowissenschaftlichen Ansichten einzugehen, die mit keiner bekannten Wirklichkeit auch nur das Geringste gemein hat.

Ein Gastbeitrag von Dr. Dr. Marcus Ermler
 
Die letzten Wahlumfragen vor der Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober 2019 legen nahe, dass die Thüringer AfD rund um ihren Spitzenkandidaten Björn Höcke circa 25% der Stimmen erzielen könnte. Damit könnten also ein Viertel der wahlberechtigten Thüringer einer Partei die Stimme geben, die vom Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz im September 2018 zum „Prüffall“ erklärt wurde, der Vorstufe für die „Beobachtung“ durch den Verfassungsschutz. Unter solch einen Beobachtungsstatus fallen in Thüringen bislang neonazistische Parteien wie die NPD, „DIE RECHTE“ und „Der III. Weg“.
Der Bundesvorstand der AfD selbst unternahm zu Zeiten der letztlich an Höcke gescheiterten und später aus der Partei ausgetretenen Parteivorsitzenden Bernd Lucke und Frauke Petry 2015 wie 2017 den Versuch, Höcke wegen „übergroße Nähe zum Nationalsozialismus“ aus der Partei auszuschließen beziehungsweise ihn seiner Ämter zu entheben. Beides misslang bekanntermaßen und wird unter den heutigen Parteivorsitzenden Gauland und Meuthen nicht weiter vorangetrieben, die sich beide bereits zuvor für Höckes Verbleib in der AfD ausgesprochen hatten.
Lieber geben sich Gauland und Meuthen beim jährlichen Kyffhäuser-Treffen ein Stelldichein mit dem Höcke loyalen „Flügel“ der AfD oder referieren bei Götz Kubitscheks „Sommerakademie des Instituts für Staatspolitik“, der jährlichen Werbeveranstaltung und Nachwuchsmesse von Höckes Spiritus Rector. Dieses Stillhalten der AfD-Parteiführung und ihr Protegieren von Parteimitgliedern wie Strömungen innerhalb und außerhalb der AfD, die sich in fragwürdiger Nähe zum Nationalsozialismus beziehungsweise Antisemitismus bewegen, hat eine gewisse Kontinuität.
Antisemiten, NS-Verharmloser und BDS-Claquere in vorderster Front
So ist der Antisemit und BDS-Claquere Wolfgang Gedeon bis heute nicht aus der Partei ausgeschlossen worden, obwohl er beispielsweise 2017 und bereits damals ohne nennenswerten Widerspruch Resolutionen für einen Bundesparteitag der AfD einreichte, die davon sprachen, dass „Antisemitismus nicht wissenschaftlich, sondern im Wesentlichen ideologisch begründet“ sei, es einen „regelrechten Meinungsterror im Hinblick auf jüdische Themen“ gäbe sowie „wirtschaftliche Sanktionen und Boykottmaßnahmen gegenüber Israel (sog. BDS-Politik)“ notwendig seien.
Bekannte Landesvorsitzende wie Doris von Sayn-Wittgenstein und Andreas Kalbitz, deren Nähe zum Nationalsozialismus evident zu sein scheint, werden entweder gar nicht, wie im Falle von Kalbitz, oder wie bei der Beinahe-Parteivorsitzenden Sayn-Wittgenstein nur mit großem innerparteilichen Widerstand des „Flügels“ aus der Partei ausgeschlossen. Höcke selbst werden im Verfassungsschutz-Gutachten zur AfD zwei vollständige Abschnitte über „Aussagen von Björn Höcke auf politischen Veranstaltungen“ wie über „Björn Höckes Gesprächsband ‚Nie zweimal in denselben Fluß‘“ gewidmet. Eine der wohl bekanntesten Äußerungen Höckes, die einen Bezug zur NS-Zeit und dem Holocaust haben, fielen in seiner Dresdner Rede vom Januar 2017:
Wir Deutschen – und ich rede jetzt nicht von euch Patrioten, die sich hier heute versammelt haben – wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande [gemeint ist das Berliner Holocaust-Denkmal, Anm. des Autors] in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat […] Wir brauchen so dringend wie niemals zuvor diese erinnerungspolitische Wende um 180 Grad, liebe Freunde. Wir brauchen keinen toten Riten mehr in diesem Land. Wir haben keine Zeit mehr, tote Riten zu exekutieren [sic!]. Wir brauchen keine hohlen Phrasen mehr in diesem Land, wir brauchen ein lebendige Erinnerungskultur, die uns vor allen Dingen und zuallererst mit den großartigen Leistungen der Altvorderen in Berührung bringt.“
Allerdings und das sei in Bezug auf Höcke und die Thüringer AfD der Vollständigkeit halber angemerkt: An der von den AfD-Bundesvorständen unter Lucke und Petry so attestierten offenkundigen „übergroße Nähe zum Nationalsozialismus“ bestanden zunächst sogar Zweifel beim Thüringer Verfassungsschutz, wie die Thüringer Allgemeine am 11. September 2019 berichtete:
Das Prüfverfahren wegen extremistischer Tendenzen innerhalb der Thüringer AfD hat im Landesamt für Verfassungsschutz zu starken internen Konflikten geführt. Nach Informationen dieser Zeitung stritten Präsident Stephan Kramer und der damalige Referatsleiter für Rechtsextremismus monatelang über Zuständigkeiten und Vorgehen […] In einer internen E-Mail an Kramer erhebt der Mitarbeiter schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten. So seien die Fachleute im Amt während des Verfahrens gezielt ‚außen vor‘ gelassen worden. Zudem habe Kramer auf der Pressekonferenz im September 2018, auf der er die AfD zum ‚Prüffall‘ erklärte, ‚falsche und ungenaue Informationen‘ verwendet. ‚Auch von einer Verwendung […] des Artikels einer linksextremistischen Zeitschrift […] wäre dringend abzuraten gewesen‘, heißt es.“
Die Bundesrepublik als Gegenbild von Nazismus und Holocaust
Trotz dieser internen Konflikte prüft der Thüringer Verfassungsschutz nun seit September 2018, „ob man den Partei-Landesverband unter der Führung des AfD-Rechtsaußen Björn Höcke ganz oder in Teilen als rechtsextremistisch einstufen und unter geheimdienstliche Beobachtung stellen werde“. Was als Arbeitsauftrag heißt, „Parteitagsreden und andere Äußerungen aus Höckes Landesverband zu analysieren, also frei zugängliche Informationen – sowie ein Gutachten zu Verbindungen der Höcke-Leute in die rechtsextreme Szene zu schreiben“. Was den AfD-Bundesvorständen 2015 unter Lucke und 2017 unter Petry an Aufklärung nicht gelang, versucht der Thüringer Verfassungsschutz nunmehr endgültig zu evaluieren: Ob nämlich Björn Höcke und die Thüringer AfD sich in in der „Nähe zum Nationalsozialismus“ wie Antisemitismus bewegen.
Aber warum ist dies verfassungsrechtlich überhaupt von Bedeutung? Die besondere Rolle der Bundesrepublik Deutschland als Gegenbild zum NS-Regime sei für die „verfassungsrechtliche Ordnung“ identitätsprägend, wie es zwei Urteile des Bundesverfassungsgerichts festsetzen, wobei insbesondere und gerade der Umgang mit dem Holocaust im Zentrum stünde. Auf diese beiden wegweisenden Urteile berief sich übrigens auch der NPD-Verbotsantrag von 2013. So sprach das Bundesverfassungsgericht im Lüth-Urteil von 1958 (nachzulesen hier) als unmittelbare Folge des industriellen Massenmords an den Juden und somit zentrale Aufgabe für die deutsche Nachkriegsgesellschaft wie für folgende Generationen davon, dass:
Dem deutschen Ansehen hat nichts so geschadet wie die grausame Verfolgung der Juden durch den Nationalsozialismus. Es besteht also ein entscheidendes Interesse daran, daß die Welt gewiß sein kann, das deutsche Volk habe sich von dieser Geisteshaltung abgewandt und verurteile sie nicht nur aus politischen Opportunitätsgründen, sondern aus der durch die eigene innere Umkehr gewonnenen Einsicht in die Verwerflichkeit.“
Gilt „Nie wieder Auschwitz“ auch für die Thüringer AfD?
Der Welt solle also deutlich gemacht werden, dass ein „Nie wieder Auschwitz“ keine hohle Phrase einer den Nazismus nie aufarbeitenden deutschen Gesellschaft sei, sondern vielmehr die Einsicht der eigenen inneren Umkehr von dieser Geisteshaltung der Weltöffentlichkeit allgemein gewahr werde. Diese öffentliche wie offensichtliche Abwendung von Nazismus und Antisemitismus, der die Bundesrepublik als Gegenbild zur Unrechtsherrschaft des Nationalsozialismus implementieren sollte, formulierte das Bundesverfassungsgericht in seiner Wunsiedel-Entscheidung von 2009 (zu finden hier) wie folgt:
Das menschenverachtende Regime dieser Zeit, das über Europa und die Welt in unermesslichem Ausmaß Leid, Tod und Unterdrückung gebracht hat, hat für die verfassungsrechtliche Ordnung der Bundesrepublik Deutschland eine gegenbildlich identitätsprägende Bedeutung […] Das bewusste Absetzen von der Unrechtsherrschaft des Nationalsozialismus war historisch zentrales Anliegen […] und bildet ein inneres Gerüst der grundgesetzlichen Ordnung […] Das Grundgesetz kann weiterhin geradezu als Gegenentwurf zu dem Totalitarismus des nationalsozialistischen Regimes gedeutet werden […] [um] eine Wiederholung solchen Unrechts ein für alle Mal auszuschließen.“
Beide Urteile halten also zusammengenommen das fest, was die Bundesrepublik Deutschland im Innersten zusammenhält, also gewissermaßen ihren Gründungsmythos konstituiert: (1) dass das deutsche Volk sich vom Antisemitismus abgewandt habe wie auch (2), dass die Bundesrepublik, genauer ihr Grundgesetz, das Gegenbild zum NS-Regime ist. Diesen zentralen Gründungsmythos in Frage zu stellen, kann demnach auch nur als ein direkter Angriff auf eben dieses Grundgesetz gewertet werden.
Im Kontext der Thüringer AfD und ihres Spitzenmannes Björn Höcke ist also nicht nur von Bedeutung, ob sie tatsächlich Nationalsozialisten oder Antisemiten sind, sondern bereits die Feststellung, ob sie den Gründungsmythos der Bundesrepublik als Gegenbild von Nazismus und Holocaust, mit all seinen inhärenten politischen Konsequenzen, anzweifeln. Und sich damit in der Interpretation des Lüth-Urteils beziehungsweise der Wunsiedel-Entscheidung bereits selbst zu Verfassungsfeinden erklären würden.
Thüringer AfD positioniert sich im Geiste der konservativen Revolution
Wie sieht die Thüringer AfD selbst ihr Verhältnis zur Bundesrepublik und zum benannten Gründungsmythos? Bedeutsam für die Klärung dieser Frage ist ein im Mai 2018 von der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag veröffentlichtes und bislang medial wenig beachtetes Positionspapier zu den Themen „Leitkultur, Identität, Patriotismus“. Das Verfassungsschutz-Gutachten zur AfD widmet diesem Papier im Abschnitt C-I-1.4 nur einen Zweizeiler, der die „Diktion und ideologischen Herleitung des Volks- und Kulturbegriffs“ im Papier anmahnt, ohne jedoch die weitaus brisanteren Aussagen zum Nationalsozialismus beziehungsweise Holocaust zu reflektieren. Gleiches gilt übrigens auch für die Berichte der WELT, der Süddeutschen Zeitung, des Focus, der FAZ und der ZEIT, wobei letztere dem Positionspapier sogar zuspricht, dass ein „Anerkennen der Wandelbarkeit von Identität ungewöhnlich für eine rechtskonservative Partei“ sei.
Die Thüringer AfD motiviert das Papier auf ihrer Website damit, dass sie sich hiermit „der Auflösung der Nation in eine multikulturelle Gesellschaft ebenso wie in einen bindungslosen ‚Interaktions- und Kommunikationszusammenhang‘ von Individuen“ entgegenstellen wolle, um so „den Prozessen, die auf die Zerstörung unserer Identität abzielen“ entgegenzutreten. Das, was die AfD neben der „deutschen Sprache“ als Identität ausmacht, so einerseits das „deutsche Grundgesetz reflektiert“ und andererseits die „Mythen“ Deutschlands kürt, beschreibt sie wie folgt:
Wie das deutsche Grundgesetz reflektiert jede Verfassung eine spezifische Nationalgeschichte und die aus dieser hervorgehende nationale Identität […] Was sodann die deutsche Identität ausmacht, manifestiert sich in geographischen Orten und historischen Daten, in Bauwerken und Denkmälern, in Bildern, Emblemen und Symbolen, in literarischen Werken, in Liedern und Gedichten, in repräsentativen Personen, in Traditionen, in Festen und nicht zuletzt in mythischen Erzählungen sowie in der besonderen Ausprägung bestimmter Tugenden, in denen sich die Eigentümlichkeiten des Nationalcharakters zeigen […] Die aufgezählten Erinnerungsorte, Vorgänge, Symbole oder Daten nehmen oft den Charakter von ‚Mythen‘ an […] Vielmehr ist ein Mythos eine Erzählung, deren Funktion gerade in der Identitätsstiftung und in der Integration von Gemeinschaft besteht […] Zu den Tugenden, die unsere kollektive Identität ausmachen, gehören beispielsweise die Liebe zu Genauigkeit und Präzision, Fleiß, Ordnungsliebe, Leistungsbereitschaft oder Pünktlichkeit “
Der ehemalige Verfassungsschützer Hans-Joachim Schwagerl nennt dies in seinem Buch „Rechtsextremes Denken: Merkmale und Methoden“, welches 1993 erschien, „die Vorstellungen der sogenannten Konservativen Revolution“, deren „Grundwerte“ demnach „Fleiß, Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit, Standfestigkeit […] Familiensinn, Pflichtgefühl, Ordnung und Sauberkeit“ seien, die „in obrigkeitsstaatliche, vordemokratische, autoritäre Ordnungskonzepte eingebunden werden“.
Deutsche Identität ohne NS-Zeit und Holocaust
Der italienische Historiker und Pionier der Faschismusforschung, Emilio Gentile präzisiert diesen Kult um Mythen und Symbolik in seinem Werk „Der Faschismus: Eine Definition zur Orientierung“ als Faschismus-innewohnend in „eine[r] Kultur, die auf dem mythischen Denken und einer tragisch-archaischen Auffassung vom Leben beruht“, die sich „eher ästhetisch als theoretisch formuliert mit den Mitteln eines neuen politischen Stils und den Mythen, Riten und Symbolen einer Laienreligion, die dazu dient, die Massen kulturell-sozial zu einer geschlossenen Glaubensgemeinschaft zu formen“.
Interessant ist nun weiterhin nicht nur das, was in den Augen der Thüringer AfD diese Identität ausmacht, sondern was in ihrer Aufzählung unerwähnt bleibt: Die Lehren aus der NS-Zeit, die das Lüth-Urteil und die Wunsiedel-Entscheidung determinieren. Denn Halt macht diese Definition gemeinsamer deutscher Identität vor der Zeit des Nationalsozialismus. So spricht die Thüringer AfD zwar davon, dass „das Verhältnis zum Nationalsozialismus Bestandteil der deutschen Identität geworden“ sei. Ohne jedoch zu reklamieren, dass der Nationalsozialismus wie auch der Holocaust bereits selbst „Bestandteil der deutschen Identität“ sind. Nationalsozialismus und industrieller Judenmord werden also aus dieser Identität ausgespart. Was mit dem ausschließlichen „Verhältnis zum Nationalsozialismus [als] Bestandteil der deutschen Identität“ gemeint ist, erklärt die Thüringer AfD so:
Dabei lässt sich seit der sogenannten 1968er-Bewegung, vor allem aber seit den 1980er Jahren beobachten, dass dieses Verhältnis [zum Nationalsozialismus] von politischer Seite zunehmend ideologisiert wurde […] Vielmehr werden heute zum einen mehr und mehr politische Entscheidungen unter Hinweis auf die NS-Diktatur möglichst ohne Diskussion durchzusetzen gesucht, und zum anderen begreift man die NS-Vergangenheit überhaupt als Auftrag, die Nation mit ihrer Geschichte verächtlich zu machen und alles Deutsche aus der Welt zu schaffen […] So laufen wir heute gerade in Deutschland Gefahr, unter dem alles verdunkelnden Schatten des Dritten Reiches zu einem geschichtslosen Volk zu werden […] [Wir fordern] die Besinnung darauf, dass die deutsche Geschichte weitaus mehr ist als die Geschichte der Jahre zwischen 1933 und 1945“
Thüringer AfD zweifelt Gründungsmythos der Bundesrepublik an
Hier hält die Thüringer AfD demnach fest, dass die Aufarbeitung der NS-Diktatur und des Holocausts dazu diene, „die Nation mit ihrer Geschichte verächtlich zu machen“ und „alles Deutsche aus der Welt zu schaffen“, um so „zu einem geschichtslosen Volk zu werden“. Wobei letzteres eine Verdrehung der Geschichte ist: Nicht „alles Deutsche [soll] aus der Welt“ geschaffen werden, vielmehr unternahmen die Nazis alles dafür, „alles Jüdische aus der Welt zu schaffen“. Ein feiner semantischer Unterschied, der doch einige Fragen über das Geschichtsverständnis der Thüringer AfD und ihre Lehren aus dem Holocaust aufkommen lässt.
Im Umkehrschluss heißt die Marginalisierung dieser „verdunkelnden Schatten des Dritten Reiches“ wie die Rückbesinnung auf eine „deutsche Geschichte[, die] weitaus mehr ist als die Geschichte der Jahre zwischen 1933 und 1945“, sowohl die Konsequenzen aus dem Lüth-Urteil als auch der Wunsiedel-Entscheidung anzuzweifeln: Es ist das in Frage stellen des Gründungsmythos der Bundesrepublik. Also keine weitere Gewissheit für die Welt, dass „das deutsche Volk […] sich von dieser Geisteshaltung abgewandt“ habe, wie es das Lüth-Urteil anmahnt. Keine „gegenbildlich identitätsprägende Bedeutung“ der Bundesrepublik und „bewusste[s] Absetzen von der Unrechtsherrschaft des Nationalsozialismus“ mehr, wie es die Wunsiedel-Entscheidung konstatiert. Warum die Thüringer AfD die Notwendigkeit dieser gesellschaftlichen ‚unantastbaren, absoluten und nicht in Frage zu stellender Tabus‘ in Zweifel zieht, erklärt sie wie folgt:
Die politische Debatte im Deutschland der Gegenwart ist geprägt durch die Berufung auf eine ganze Reihe von Werten, denen man den Charakter quasi unantastbarer, absoluter und nicht in Frage zu stellender Tabus zuschreibt. Der Rekurs auf die entsprechenden Werteformeln dient nicht etwa der sachlichen Diskussion oder der Stiftung von Gemeinsamkeit, sondern vor allem dazu, abweichende Meinungen, Skepsis oder Kritik zu diskreditieren bzw. mundtot zu machen und die Vertreter anderer Auffassungen auszugrenzen. Allen diesen Formeln ist gemeinsam, dass sie strittige politische oder rechtliche Zusammenhänge moralisieren, sie dabei auf ein Gut/Böse-Schema reduzieren und für sich selbst jeweils beanspruchen, die Seite des Guten zu repräsentieren.
Hier zeigt die Thüringer AfD, obwohl sie im Zusammenhang von „Erinnerungsorte[n], Vorgänge[n], Symbole[n] oder Daten“ selbst von Mythen zur deutschen Identitätsstiftung spricht, dass sie dem tatsächlichen deutschen Gründungsmythos zur „Stiftung von Gemeinsamkeit“, rekapituliert in Lüth-Urteil wie Wunsiedel-Entscheidung, nur auf ein „Gut/Böse-Schema reduzieren“ will, das als „entsprechende Werteformel“ einzig „strittige politische oder rechtliche Zusammenhänge moralisieren“ soll. In seiner Implikation bedeutet diese Feststellung, dass die AfD diesen Gründungsmythos zur Identitätsstiftung anzweifelt und demnach auch das Grundgesetz.
Wenn die NS-Zeit zur Identitätsstiftung missbraucht wird
Kontrast zu dieser bewussten Ausklammerung der NS-Zeit aus der deutschen Identität ist das Kirchenpapier „Unheilige Allianz – Der Pakt der evangelischen Kirche mit dem Zeitgeist und den Mächtigen“ der Thüringer AfD aus dem Juni 2019. Hier nun ist der Bezug auf die NS-Zeit zweckmäßig und respektabel, mündet er doch in einer Gleichsetzung der heutigen deutschen evangelischen Kirche mit den „Deutschen Christen“, die zur Zeit des Dritten Reichs den deutschen Protestantismus mit dem Nazismus zu verknüpfen suchten. Diese Identitätsstiftung manifestiere sich in der „Kollaboration mit dem Staat als eine der drei Hauptgefahren des Luthertums“. Ferner sei es „eine Mentalität der Anpassung und des Andienens an die Macht, und zwar nicht zuletzt um des eigenen Vorteils willen“. Und weiter:
Vom Bündnis mit den Thronen des Kaiserreiches über den Nationalsozialismus und die DDR-Diktatur bis zum linksgrünen Doktrinarismus der Landes- und der Bundesregierungen unserer Tage – immer wieder hat sich die offizielle evangelische Kirche (keineswegs alle ihre Gläubigen) mit der Macht verbrüdert. Dabei war sie auch bereit, sich auf totalitäre Regime einzulassen und sich weltanschaulich entsprechend auszurichten […] Heute paktiert die evangelische Kirche mit dem links-grünen Zeitgeist.“