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POLITISCHES TELEGRAMM
(142)

1. Mercosur

Ein unbegrenzter, rein profitorientierter, Freihandel kann nicht die Lösung
für die Probleme der Menschheit sein.

Mercosur erhöht dramatisch den Druck auf die Landwirtschaft und zwar nicht
nur beim Rindfleischimport – Rindfleisch wird in Südamerika wesentlich billiger
produziert und die Produktionsmaßnahmen sind nicht wirklich geklärt – sondern
auch beim europäischen Zuckermarkt, der schon jetzt gegenüber einer Vielzahl
von Ländern geöffnet ist. Eine Ratifizierung von Mercosur wäre problematisch.
Darüber hinaus fördert man indirekt die zunehmende Abholzung des
Regenwaldes und zerstört nicht nur dessen Flora und Fauna, sondern auch die
grüne Lunge Südamerikas.

Mit Mercosur geraten wir noch mehr in die Hand des internationalen
Großkapitals, gegen dessen Wünsche man hilflos ist.

Die Landwirtschaft darf nicht Spielball der internationalen Agrarindustrie
werden.

2. Insgesamt sollten wir in der Lebensmittelproduktion wieder autark
werden – heute haben wir z.B. zu wenig Getreide, das wir in großen Mengen
vielfach glyphosatverseucht einführen müssen.

Ein ständiges Überangebot billiger oder nicht kontrollierter
Produktionsmethoden erzeugt meist unnotwendige Waren, die schnell zu Müll
werden. Dies kann nicht Ziel der internationalen Handelspolitik sein.

3. Klimapolitik

Die ETH Zürich, eine der angesehensten Universitäten der Welt, legte
kürzlich eine Untersuchung vor, wonach vor allem die Aufforstung
Wesentliches zur CO2 Vermeidung beitragen könnte.

Man sprach in dieser Studie von einem Aufforstungsgebiet in der Größe der USA.
Dies klingt zwar sehr viel, wenn man aber USA, Kanada, Brasilien, China und
einige andere fernöstliche Länder vor Augen hat, so scheint – immer
vorausgesetzt, dass die Ergebnisse der Studie stimmen – es durchaus möglich zu
sein auf diesem Wege positive Ergebnisse zu erzielen.

Wenn wir schon von einer ganzheitlichen Politik sprechen, so muss etwa bei
zukünftigen Freihandelsabkommen, insbesondere aber schon jetzt bei Mercosur,
gleichzeitig die Verpflichtung verbunden sein, dass entsprechende
Umweltmaßnahmen zu setzen sind, hier etwa Brasilien, das Zug um Zug gerodete
Gebiete wieder aufforsten und weitere Kahlschläge des Regenwaldes vermeiden
muss.

4. Tierschutz

Entsetzlich mutet es an, wenn man hört, dass kleine Kücken, die für die
Agrarindustrie nicht brauchbar sind, „geschreddert“ werden sollen. Allein
das Wort „Schreddern“ von Tieren zeigt die völlig verächtliche Einstellung
zur Schöpfung.

Zu diesem Thema passt, dass es in Österreich erlaubt ist neugeborene
Schweine bis zu ihrem siebenten Lebenstag ohne Betäubung zu entmannen.
Vergebens ringen Tierschutzorganisationen darum, dass Ferkel nicht mehr ohne
Betäubung kastriert werden dürfen.

Um die Kleinen an der Flucht zu hindern, werden sie mithilfe eines speziellen
Gerätes fixiert oder einfach festgehalten. Im Anschluss werden der Samenstrang
durchtrennt und die Hoden mittels Skalpell oder Quetschzange entfernt. Für die
kleinen Schweine ist zwar eine postoperative Schmerzbehandlung
vorgeschrieben, aber die Qualen, die diese Wesen erleiden müssen, werden ihnen
damit nicht erspart.“

Weitere Punkte sind die völlig unnotwendigen Tiertransporte bei größter
Hitze durch den ganzen Kontinent.

Die Qualen, die den Tieren damit zugefügt
werden, spielen anscheinend keine Rolle.
Das Schlachtvieh muss an Ort und Stelle geschlachtet werden, um ihm möglichen
Stress zu ersparen. Dies wäre ohne Weiteres möglich, wenn nicht die EU – und
andere Verordnungen – den Tiertransport gestatten, um nicht zu sagen fördern
würden.

5. Auf die Gesamtpolitik umgelegt ist folgendes festzustellen:

Politik ist ein weites Feld, aber inzwischen sind wir, vor allem in Europa, an
einem Punkt angelangt, bei dem es nicht mehr um immer mehr und mehr geht,
sondern wo die Suche nach dem Gleichgewicht einerseits in der
Gesellschaft, andererseits zwischen Mensch und Natur, höchste Priorität
genießen sollten.

Wenn das sozialdemokratische Credo ist, bei weniger Arbeit mehr zu
verdienen und größere soziale Sicherheit zu genießen, so wird dies dann
zunichte gemacht, wenn auf der anderen Seite die Leistungsbereitschaft der
Menschen immer weniger gefördert wird.

Was notwendig ist, ist den Mittelstand, der unsere Wirtschaft trägt,
steuerlich zu entlasten und vor allem auch zu entbürokratisieren.
Es ist schwer verständlich, dass etwa Handwerker nach einem anstrengenden
Tagwerk stundenlang am Abend sinnlose Formulare ausfüllen müssen, bis sie
endlich erschöpft zur Ruhe kommen.

Es ist schwer verständlich, wenn ein guter Dienstleister, ein ausgezeichneter
Facharbeiter, ein schwer arbeitender Landwirt in unserer Gesellschaft weniger
Prestige haben, als unterdurchschnittliche Akademiker, die zunehmend schwerer
in einem zukunftsorientierten Beruf integriert werden können.

Spitzenakademiker, Ärzte, Ingeneure, IT Wissenschaftler sind für uns
jedoch mehr als notwendig.

Die Spitzenwissenschaft muss viel mehr gefördert

werden, als dies bis jetzt geschieht, denn Bildung ist unsere Zukunft.
Die beste Bildung erhalten junge Menschen sicherlich in den Fachhochschulen,
die gleich wie die Universitäten zu behandeln sind.

Immer mehr Sozialwissenschaftler, immer mehr Politologen oder gar „Gender
Spezialisten“ bringen die Gesellschaft nicht weiter – sie belasten nur oft das
gesunde Verhältnis der Menschen zu Arbeit, Wohlstand und Alterssicherung.
Eine Zukunft mit zu wenig Fachkräften, zu wenig Technikern, zu wenig best
ausgebildeten Handwerkern und flächendeckenden Handelsbetrieben führt
dazu, dass das Gleichgewicht einer gesunden Wirtschaft und Gesellschaft
zunehmen gestört wird.

All das sind die Aufgaben, die erkannt und wahrgenommen werden müssen.

Dr. Norbert van Handel Steinerkirchen a.d. Traun, 16.07.2019


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Anlehnungszitat: „Die Frau von der jämmerlichen Gestalt.....!“

13. 07. 2019

Auf diesen Artikel muß man nicht tiefer einsteigen. Er zeigt zu offensichtl ich kranke Geschischtsvorstellung von „Komintern-Jüngern“ und deren verdrehtes Geschichtsbild. Nun ausgerechnet Stauffenberg als Vorbild zu erwähnen ist ja löblich, da Sie damit zur Beendigung des Aufstgandes einlädt, um die NEO-Faschisten unter Ihrer Leitung nun endlich zu entsorgen, ansonsten hat es mit Heute, Rechts oder sonstigem Blödsinn, den Sie da ins Felde führt nichts zu tun.

Note in Geschichte: 6